
Und ich wollte dir noch „Auf Wiedersehen“ nachrufen, doch … es war nur ein Zwinkern, ein Fussel im Auge, ein Versuch die Welt auch nur annähernd zu verstehen und du warst weg. Nicht mal eine Sekunde oder was weiß ich. Du warst ganz einfach weg, verschwunden aus dieser Welt, hängengeblieben nur in Worten, in Bildern, Erinnerungen. In mir.
Ich versuche zu halten, zu verstehen, zu akzeptieren. Versuche stehen zu bleiben, Halt zu suchen, doch die Zeit, sie ruft. Lässt nicht warten, schiebt an, keine Worte der Beruhigung, keine Spur der Ruhe. Alles rotiert und pulsiert und manövriert mich weiter hinein in diesen Moloch aus Welt und ihr und ich und du.
Sie nahmen uns alles, unsere Vergangenheit und das Jetzt. Und natürlich das wohl Schmerzhafteste: Unsere Zukunft. Alles, was wir erträumten, alle Gedanken, die wir wie eine Tonvase am drehenden Teller zu formen versuchten, alles war verschwunden. Aufgesogen von diesen schwammigen Erinnerungen an unsere schwammige Zweisamkeit und der Idee, dass es für immer so bleiben sollte. Für immer und auf ewig.
Ich hasse die Ewigkeit und das langsame Voranschreiten. Von all dem Neuen, auf das sich das Warten wohl kaum lohnen würde. Wir waren vereint in der Unendlichkeit, für immer zu zweit, kein Raum zwischen uns, nur wir. Deine Wärme und meine Achtsamkeit und nur wir und nur das. Nur das und nichts Anderes. Nur das.
Aber die Unendlichkeit ist endlich, die Ewigkeit unewig. Das wir wurde zu einem ich und das wurde anders. Ganz anders als ich es mir jemals vorgestellt habe, es jemals wagte. Du fehlst.
