Es sind manchmal nur die ganz kleinen Dinge, die einen nachdenken lassen, über die Unsinnigkeit mancher Sinnigkeiten. Wenn Überraschungen eintreten und in Momenten des Entzückens daraus resultierend ein leichtes Lächeln sichtbar wird. Aber es bleibt oft nicht lange so. Nicht wirklich.
Glück. Erfolg. Oder was auch immer. Alles in diesem Metier ist sowas von beschissen blauäugig und banal prekär. Denn … ist es euch schon mal aufgefallen? Jedes, jedes verdammte Mal, wenn ein Schauer von Glück oder Erfolg es schafft, eine passende Pointe auf all die vernachlässigungswürdigen, dürftigen vergangenen Tage und Wochen zu basteln, kommt jemand und stößt dieses Schloss um. Dieses Luftschloss, welches zuvor nicht mal annähernd nach Luft aussah.
Ist es wirklich so, dass man mit jedem Glück, mit jedem Erfolg, welcher einem ganz persönlich, alleine widerfährt, irgendjemanden da draußen enttäuscht? Wenn ich so zurückdenke, an Glücksmomente. Ja. Es ist wohl wirklich so.
Aber muss man deshalb darauf verzichten? Muss man deshalb eingeschüchtert sein, sich fragen, ob man das überhaupt verdient hat, und ob das jetzt nun so gut ist, wie es ist? Nein. Man sollte Arschloch sein, und seinen Ego-Trip durchziehen. Ich bin nicht so der Profi darin, egoistisch zu sein. Selbst wenn das nur bedeuten würde, dass ich mein Glück ganz einfach nur genießen würde. Ich schaff‘ das nicht.
Überhaupt fehlt mir irgendwie das Arschloch-Gen. Ich enttäusche Menschen nicht aufgrund tiefliegender Arschlöchigkeit, sondern aus angeborener Unfähigkeit. Unfähigkeit, abzuschätzen. Unfähigkeit, meinen Wünschen, meinen Vorstellungen Gestalt annehmen zu lassen.
Aber nur, weil dieses Glück so furchtbar einseitig ist, und die Enttäuschungen der anderen an mir nagen wie Biber an frischem Holz, will ich darauf nicht verzichten. Wär‘ ja auch verdammt blöd, nicht wahr?
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