
Kurzzeitstille und Langzeitträume. Sei beide zerplatzen mit Vorliebe in Sekundenschnelle. Man sitzt da, und wundert sich über das Nichts eben gerade und dann kommt ganz unerwartet das Leben zurück. Oder man träumt und plant und schreibt Wünsche auf. Und dann ist es plötzlich wieder da, das Leben.
„Bitte wenden!“
Man möchte die Spur wechseln, die Richtung. „Bitte wenden!“ – „Bitte wenden!“. Aber es geht nicht. Es geht so weiter, wie es war und manchmal lernt man womöglich auch daraus. Dass nichts für ewig ist, zum Beispiel. Kein schönes Beispiel, denn für alle, die das zum ersten Mal wirklich wahrhaben, ist das kein erhabenes Gefühl. Die Ewigkeit war früher immer ein Anker. Ein Halt, der von Ende und Tod und Verabschiedung nie etwas zu sagen wagte. Aber das bringt sie mit, die Erfahrung und das Leben.
Manchmal hilft ein tiefes Ein- und Ausatmen. Mehrfach. Und warten. Warten, bis Schmerz, Enttäuschung und manchmal auch Wut einfach mal nachlassen. Das kann dauern, und man darf sich nicht hetzen. Das würde alles nur schmerzhafter, enttäuschender und wütender machen. Aber wenn all das endlich einmal abgeschlossen, nein … wenn all das erst einmal hingenommen worden ist. Oder überschattet von glorreichen Freuden oder von noch heftigeren Enttäuschungen. Erst dann kann man beginnen, wieder nach vorne zu schauen.
„Route wird neu berechnet“
Und dann gelangt man zurück. Lächelt manchmal über die sterbende Naivität, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Oder über die Wachsende, je nachdem. Man weiß ja nie. Aber schön langsam beginnt man, mit all dem zurecht zu kommen. Und selbst auf dieser neuen Route, auf der Abzweigung, die einem das fortlaufende Leben zwang, zu nehmen, kommt man nicht weg. Es bleibt eben doch alles gleich. Und irgendwann, da wundert man sich wieder über die Kurzzeitstille. Und schlüpft hinein in all die gewohnten Langzeitträume.
Warum? Weil man sich nie verändert. Nie, eine 180°-Wendung vollführen kann oder will. Weil wir uns nie verändern werden. Wir gehen nur weiter und träumen und fallen. Und, Leute: Wir genießen es. Wir wollen uns gar nicht verändern. Würden wir uns selbst so verändern, würden wir jeden gekannten Schutz aufgeben. Würden uns wieder angreifbar machen. Und deshalb bleiben wir still. Und genießen. Das Leben und so.
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=uZSobH1wiiM]
Foto: Cane Rosso | flickr | creativecommons
