Ein Versuch.

„Und wenn wir es wenigstens einmal versuchen?“
„Es hat keinen Sinn. Glaub es mir.“
„Aber. Ein Versuch.“

Die Beiden stehen sich ganz nahe gegenüber, jeder Lufthauch des Einen berührt das Gesicht des Anderen. Die Blicken treffen sich beim Schweifen durch den strahlend heißen Himmel.

„Warum aufgeben, bevor irgendetwas begonnen hat?“
„Weil …-“

„Das hättest du nicht tun sollen. Nein. Nicht jetzt.“
„Ich musste es tun.“

Der Kuss hängt noch an seinen Lippen und die sanften Berührungen ihrer Münder behalten noch für einige Sekunden ihre Wirkung. Es ist still hier, in dieser pulsierenden Stadt. Rund um sie herum irren Menschen umher, auf der Suche nach der Zukunft. Auch wenn das wahrscheinlich nur die kommenden fünf Minuten sind. So weit wollen Menschen nämlich gar nicht denken. Die Zukunft macht Angst.

„Du hast Angst, stimmt’s?“
„Mhm.“
„Ich auch.“

Ihre Lippen berühren sich ein weiteres Mal. Ein Angstkuss sozusagen. Sie sieht in seine Augen und erblickt sich selbst wieder. Ratlos stehen sie da, warten auf Anweisungen von oben, die nie kommen werden.

Ein weiterer Kuss noch.  Sie lächelt.

3 Gedanken zu „Ein Versuch.“

  1. Ach Dominik, wie sehr wünsche ich dir, dass der Satz „Someday I’ll pay the bills with all these words“ in Erfüllung geht. Du bist ein Meister der Worte und des Herzens.

    Wunderschön.

    Ich hoffe, ich darf den Text als Inspiration nutzen?

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