So Long Goodbye.

Manchmal überschlägt sich mein Herz, und ich lasse es weinend zurück.

Manchmal merke ich es an mir selbst. Eingeschlossen in meinem Leben. Hinter dieser Tür, den vier Wänden. Ich suche nicht den Weg hinaus, vergrabe mich hier und lasse den Sekundenzeiger rotieren. Selbst wenn die Sonne fällt, der Regen lacht, der Wind friert. Manchmal habe ich das Gefühl, ich sei nicht normal. Wenn ich Zeit für mich brauche, oft Tage, oft auch mal Wochen. Manchmal kapiere ich aber dann, dass diese Zeit jeder einmal braucht. Jeder gefühlsbetont lebende Mensch. Man kann nicht immer nur unterwegs sein und das High Life des jugendlichen Lebens mitverfolgen.

Manchmal bekomme ich Schuldgefühle, weil mir die Motivation öfters ein Schnippchen schlägt. Da habe ich schon vor einigen wenigen Tagen von einer Party oder ähnlichem gehört, und wenn ich dann am Nachmittag davor angerufen werde, kann mich niemand dazu bewegen, freudig zuzustimmen. Manchmal muss ich mit mir kämpfen, um ein Nein zwischen meinen Lippen hervorzupressen. Und dann kribbelt es in meinem Bauch und ich frage mich, warum ich nur so bin wie ich bin.

Manchmal aber traue ich mich hinaus in die große weite Welt. Mit dem Wissen bekannte Gesichter zu sehen. Menschen, die mich lieben, wie ich bin und Menschen, die ich liebe. Denen ich vertraue und mit denen ich alt werden möchte. Zu zerstückelt sind wir schon. Waren wir früher maximal fünfzehn oder zwanzig Kilometer voneinander entfernt, Entfernungen, die wir einfach mit unseren Mopeds überwanden, sind es jetzt schon fünfzig oder hundert Kilometer. Oder auch zweihundertfünfzig. Es fällt schwer. Manchmal weine ich den Tagen nach, an dem jede Mopedfahrt mich zu Freunden katapultierte. Jetzt fahre ich zwar schon Auto, aber der Kreis wurde kleiner. Meist seid ihr alle nicht da. Nur am Wochenende. Und manchmal bereue ich gerade deswegen diese Motivationsschwäche. Aber ich verbringe viel lieber etwas Gemütliches mit euch, als irgendeine Party, wo spätestens um ein Uhr gekotzt wird. Natürlich sind davon Geburtstagsparties ausgeschlossen. Aber es kann doch nicht jede Woche jemand Geburtstag haben. Manchmal frage ich mich schon, ob ich nicht vollkommen anders bin. Und dann treffe ich euch wieder und bemerke, dass es nicht so ist.

Und manchmal wünsche ich mir, dass alles wieder gut wird. Dass alles so wird, so ählich, wie es war. Und dann realisiere ich erst. Dass man das alles Fortschritt nennt. Entwicklung. Aber Freundschaften. Sie sollten trotz jeder Weiterentwicklung bestehen bleiben. Konnte ich noch bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr nicht behaupten, einen besten Freund zu haben, habe ich jetzt einige. Keine Unmenge, aber genau die Richtigen. Ich liebe euch dafür und dafür, dass es euch gibt, und manchmal bewundere ich euch sogar dafür, dass ihr es mit mir aushält.

Manchmal aber auch, fällt es nicht so schwer, Goodbye zu sagen. Weil man weiß, dass ihr irgendwann wieder zurückkommt. Und dann werden wir es wieder spüren, was Freundschaft bedeutet. Weil es euch gibt.

6 Gedanken zu „So Long Goodbye.“

  1. „Und dann kribbelt es in meinem Bauch und ich frage mich, warum ich nur so bin wie ich bin.“
    Das weiss ich auch nicht – aber weisst Du, es ist schön, dass Du GENAU so bist wie Du bist.
    Lieben Gruß

  2. Stimmt. Gerade das macht einen einzigartig. Dass ich nicht nach meiner von Idolen und Idealen durchtränkte Vorstellung modelliert wurde, sondern einfach so bin, wie ich eben bin.
    Lieben Gruß zurück! 🙂

  3. eigentlich wollte ich mir ja einen grünen spray reintun. aber natürlich war ich zu blöd, um richtig einzukaufen. so ist nun nur etwas grüner glitzerspray drin. schüttelte ich mein haar, so verbreitete ich glitzer all over the world. 🙂

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