Across The Universe

So oft denke ich mir, was wäre wenn. Wenn dieser eine Tag anders verlaufen wäre. Wenn es kein Happy End gegeben hätte. Aber es gab eines. Und doch ist alles anders.

Ich vergoss Tränen, als du mit mir Schluss gemacht hast. So lange Zeit wollte ich dich nicht sehen, nicht hören. Aber dann habe ich mich wieder angerufen. Habe fr dich und mich Mauern eingerissen. Habe es wieder geschafft, mit dir zu reden, ohne daran denken zu müssen, was passiert ist.

Dann war dieser eine Tag. An dem wir es ehrlich versuchten, „nur“ Freunde zu sein. Uns über alles unterhielten. Scherzten. Lachten. Und ich fühlte mich doch einsam. Und erinnert an so viele Erinnerungen an dich. Mit dir. Endlich batest du mich in dein Zimmer. Wir redeten. Lagen nebeneinander im Bett. Du schaltest plötzlich das Licht aus, als ich dir durch dein schönes Haar streiche. Wir bleiben lange so liegen. Unbewusst kommen wir uns immer näher. Und küssen uns. Ein Kuss wie ihn kein Film schöner hätte zeigen können. Typisches Coming-of-Age Movie.

Alles schien wieder perfekt. Wir versprachen uns, beide etwas in diese Beziehung zu stecken. Dir traten Tränen aus den Augen. Aus Erleichterung scheinbar. Aus Angst, denke ich mir. Du wusstest nicht, was die Zukunft bringen würde. Ob es wieder so sein würde.

Ich bin gerade in meinem letzten Schuljahr. Eine Schularbeit jagt die nächste, ein Test den anderen. Ich hatte echt keine Zeit für dich. Leider. Nur vier Mal haben wir uns seitdem gesehen. Meist nur kurz. Nicht zu lange. Du warst auch oft unter Zeitdruck. Und es war so komisch zwischen uns. So anders. So, wie wir es uns geschworen haben, es nie wieder so weit kommen zu lassen.

Wir saßen uns gegenüber, hatten uns nichts zu sagen. Lagen nebeneinander, redeten über jeden Schrott. Der verliebte Blick von dir, dein nachdenklicher Blick, mit diesen wunderschönen Augen. Er fehlt mir. Du weigertest dich oft, mich zu küssen. Verwehrtest mir Zärtlichkeit. Du sagtest, es wäre nicht so einfach, wenn wir uns längere Zeit nicht sehen, dass es einfach so weitergeht. Dass wir uns einfach küssen. Zärtlichkeiten austauschen.

Aber ich denke, dass gehört dazu. Zum Verliebt-Sein. Zum Zusammen-Sein. Früher waren wir eins, zwei Personen verschmolzen zu einer Einheit. Doch jetzt, wenn wir im Bett liegen, sind wir zwei grundverschiedene Menschen. Ich der Typ, der vor allem durchs Schreiben, durch Bloggen meine Gefühle ausdrücken kann. Du, die ihre Gefühle vor allem durch Sprechen von sich gibt. Du erwartest so oft antworten von mir. Aber ich finde nie die richtigen Worte. Bleibe lieber still. Und höre deiner Stimme zu.

Wir sind von dem „Ich liebe dich“ vor dem Beziehungsende wieder zurückgekommen zum „Hab dich lieb“. Beides so … gezwungen. Ich liebe dich. Ich weiß es. Und doch sorgen mich die Zweifel, ob du jetzt wirklich mehr in diese Beziehung steckst.

Ich möchte dich doch nur küssen, damit wir uns näher sind. Damit ich deine Nähe spüre. Doch diese gefühlsvollen Küsse. Es gibt sie nicht mehr. Ich erinnere mich noch an den einen Streit. Wo ich nach Hause gehen wollte. Um drei Uhr früh. Du begannst zu weinen, um Sorge um mich. Dein so schönes Gesicht wurde gefüllt von den Tränen, die die Angst um mich zeigten. Ich fühlte mich so schlecht. Als ich dann ging, dir versprach, mir ein Taxi zu nehmen, ranntest du zu mir, zogst mich zurück. Und küsste mich. Das ist ein Kuss, den ich nie vergessen werde. Deine von den Tränen feuchten Lippen. Wie sie sich an die meinen schmiegten.

Die Zweifel, die mich jetzt plagen, sie sind vielleicht begründet. Ich frage mich, ob du mich liebst. Ob du mich so liebst, wie du es vor dem Beziehungsende getan hast. Und ich habe Angst, dass du mir deine Liebe einfach nicht mehr zeigen kannst. Weil ich dir gezeigt habe, wie ich sein kann. Als ich dich zu hassen versuchte. Dich zu vergessen versuchte. Verdammt, ich liebe dich. Und ich möchte es dir zeigen. Möchte dich küssen. Dich in den Arm nehmen.

Über das, so nah sein, und sich doch so fern von dir fühlen, darüber haben wir gestern gesprochen. Du sprachst mit mir über meine scheinbare Sucht nach Küssen. Du sprachst davon, dass ich mir vielleicht mehr erwartete, als du mir geben möchtest. Aber ich möchte dich doch nur küssen. Wenn wir uns so lange nicht sehen, sehne ich mich nach einem Kuss von dir. Nach Zärtlichkeiten von dir. Ich kenne doch so viele Pärchen, sie sind grundverschieden zu uns. Sie können sich küssen. Und bei ihnen scheint die Liebe in gleichem Maße auf beiden Seiten vorhanden. Ich fühle mich hier irgendwie alleine. Wenn ich um jeden Kuss betteln muss. Wenn ich betteln muss, um dir nah zu sein.

Du hast Recht. Es kann nicht so weitergehen wie es war. Denn deswegen ist sie ja zerbrochen. Unsere Beziehung. Wir müssen einfach versuchen, füreinander da zu sein. Ich habe viel nachgedacht, über Liebe, vor allem auch während ich mein Buch schreibe. Ich wünschte du wärst meine Emily. Die sich meiner Probleme annimmt. Die mich in den Arm nimmt, wenn ich Sorgen habe. Die mir durchs Haar streicht, wenn ich in ihrem Schoß liege, und aus meinem Leben erzähle.

Versuche es einfach, mich wieder etwas zu lieben. Mich so zu lieben, dass du bereit bist, mir Küsse zu schenken. Mir die Liebe zu schenken, die ich verdiene. Denn ich liebe dich. Trotz allem, trotz all der Probleme, die wir seit diesem einen Kuss in Trance haben. Ich liebe dich, über die Grenzen des Universums hinaus. Und wenn du es einfach nicht mehr schaffst, mich zu lieben, sage es mir. Ich werde es dieses eine Mal verstehen.

3 Gedanken zu „Across The Universe“

  1. Hm Liebe ist ein Gefühl und Küsse und Zärtlichkeiten sind Signale, Zeichen einer Liebe. Fühlt man da etwas nicht oder fühlt sogar etwas was man gar nicht fühlen möchte, wie z.B. Unbehagen, dann kann man einfach nicht küssen. Dann stimmt da etwas nicht, aber nichts ist schlimmer als ein Kuss den man nicht fühlt, es ist Heuchelei und vielleicht solltest du deiner Freundin dafür dankbar sein, dass sie dir nichts vormacht und dir auch ihre Gefühle zeigt, eben dass sie das nicht möchte. Vielleicht sind es nur Ausreden wenn sie sagt, dass sie nicht gleich küssen kann, wenn ihr Euch schon so lange Zeit nicht mehr gesehen habt. Sie traut sich vielleicht nicht mit ihren wahren Gefühlen rauszurücken.

    Du magst froh zu sein, dass Eure Beziehung weitergeht, aber wenn ich das so lese frage ich mich als Leser schon ob sie für dich das selbe empfindet. Vielleicht Zeit für DIE Schicksalsfrage.

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