Anders.


Langsam den Entschluss in meinem Kopf entstehen lassen. Wenn alles in Liebe, Freundschaft und Traumwelt nicht richtig läuft, ist es vielleicht wichtig, sich mal auf eines zu konzentrieren. Alles andere rechts außen liegen lassen. Weil eine dreifache Anstrengung einfach zuviel ist. Da nimmt man sich einfach zurück und zieht das eine Ding durch. Mein Leben mal anders. Bis zu meinem 20. Geburtstag.

Man konnte es mitverfolgen. Meine Probleme in der Liebe. Gefühle und Gedanken und Verliebtheit und Hoffnung und Absturz und Fall. Der regelmäßige Ablauf. Vielleicht kommt der Blog viel zu schmalzig rüber und vielleicht spürt man es nicht. Aber es tut mir schon weh. Wenn mir Menschen das Gefühl geben, mich zu lieben, es aber schlussendlich doch nicht bereit sind. Wenn ich als alleine unter Paaren sitze, ja, das ist ein beschissenes Gefühl. Ich wünsche mir einen Menschen, der so wunderbar und so einzigartig ist. Ich weiß nicht, wann ich sie finden werde. Ich weiß es nicht. Aber zumindest interessiert mich das Suchen einfach nicht mehr. Zu weh tat das alles schon.

Kürzlich erst kamen zwei Probleme, die ich mit Freunden hatte, irgendwie hoch. Jaja. Ich erzähle immer von der Wichtigkeit einer Freundschaft. Meiner Freundschaften, meiner Freunde. Ich möchte, dass es ihnen gut geht. Doch durch Verquerelungen innerhalb unseres Freundeskreises fällt es manchmal schon schwer. Dass ich jetzt die ganze Sache so beschrieben habe, dass ich mich von zwei wichtigen Freunden zurückziehen werde, nur um nichts kaputt zu machen, ist der Höhepunkt. Der Höhepunkt der beschissenen Woche und überhaupt. Zurzeit fühlt sich alles falsch an, aber ja, ich bin egoistisch. Ich lasse mir zurzeit echt nichts gefallen, bin ein großer egoistischer Arsch und habe ein mulmiges Gefühl im Bauch. Vielleicht muss das einfach raus.

Und nun komme ich zum Dritten. Das Buch „Volle Distanz. Näher zu dir“ ist in Arbeit. Ich schreibe auf einem kleinen Block (DIN A6) nach und nach Absätze. Gut überlegt und wohl geformt. Doch ich komme kein kleines Stückchen weiter. Es dauert viel zu lange. Und so werde ich mich bis zum 6. Mai aus der Liebe und der Freundschaft zurückziehen. Einfach zurückstecken, nicht überall dabei sein, nicht alles gefallen lassen. Denn ich bin nämlich immer viel zu kompromissbereit. Ja, jetzt seht ihr ihn auch mal. Den Arsch vom Ikarus. Und ich habe keine Schuldgefühle. Warum immer ich. Warum muss ich immer aufpassen, dass Freundschaften gut laufen, dass die Beziehung nicht zerbricht. Ich könnte jetzt fluchen und mit Schimpfwörtern herumjonglieren. Es würde ja doch nichts helfen.

Ich werde mich zurückziehen. Werde an meinem Buchprojekt arbeiten. Werde wohl auf keine Party meines Freundeskreis gehen. Ich selbst werde natürlich schon eine veranstalten. Und werde auch alle einladen, selbst wenn jetzt Probleme da sind. Vielleicht legen sie sich. Aber bis dahin beschränke ich mich auf irgendwelche Kaffees. Mit einzelnen Personen oder zu dritt. Mal sehen. Oder Kino. Ich werde Zeit für mich haben. Für mich und nicht für euch. Ihr werdet mir manchmal fehlen und manchmal werde ich froh sein, euch nicht zu sehen. Denn so wie es jetzt ist, versaut ihr mir manchmal richtig den ganzen Tag. Und dazu habe ich keine Lust.

Und so wären das jetzt 43 Tage. Ich werde mich hier natürlich melden. Werde einige Kapitel fertigstellen. Und vielleicht gelange ich auch schon weit hinein in die Geschichte. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt. Es wird schon. Und zurückkehren möchte ich leicht anders. Ich, auf dem Weg zur Perfektion. Zu meinem auferlegten Möchtegern-Sein. Ich möchte mich wieder sportlich betätigen, vielleicht versuche ich auch mal wieder das meditieren, und ich möchte einfach ganz, ganz viel nachdenken. Aus den letzten 25 Tagen bis zum Ende meines Zivildientes das Beste daraus machen. Und schrieben. Endlos schreiben. Jede freie Sekunde werde ich schreiben, weil meine Kreativität scheinbar einen mächtigen Schub bekommen hat. Es müssen immer solche Momente sein, dass man sich zu so etwas beschließt, und dass die Kreativität anspringt, so wie sie es gerade bei mir getan hat.

Ich tauche unter. Bei manchen möchte ich das „Look What You’ve Done“- Gefühl hervorheben. Andere vermisse ich schon jetzt. So wird es sein. Ich habe Angst. Aber nun gibt es kein Zurück. Wohin sollte ich den gehen?

Edit:// Ich werde mich nicht zuhause einschließen. Werde nicht den Kontakt zur Außenwelt abbrechen. Nein. Ich werde auch weiterhin auf kleinen Zusammenkünften zu finden sein. Aber ich werde große Parties meiden, werde Menschenaufläufe, wie schon damals, wieder meiden. Aber das Buchprojekt soll trotzdem jetzt einen großen Fortschritt erleben.

Wherever.

You will go.

Du wirst gehen. Ich weiß es, wenn ich dich nur kurz ansehe. Ich sehe dir an, dass du gehen wirst. In die falsche Richtung. Denn gehst weg von mir. Weg und blickst nicht zurück. Keine Sekunde überlegt du, ob du umkehren solltest. Deine Füße tragen dich wie von alleine. Ich verliere dich aus dem Blick und du bist weg. Einfach so weg. Und niemand weiß, wann du wiederkommen wirst. Weißt nicht einmal selbst, was mit dir los ist. Du lässt los, und hörst mich fallen. Aber es ist dir scheinbar egal. Alles ist dir scheißegal. Du denkst doch nie an andere. Denkst nicht, wie es mir gehen könnte. Jetzt, wo du doch einfach gehst.

Hättest du mir wenigstens zum Abschluss ein leises Lächeln geschenkt. Doch wieso hättest du es tun sollen. Um den Schmerz in mir noch größer zu machen. Du warst human und hast ein Ende gesetzt, als ich es noch nicht für mich sichtbar ist. Jetzt spüre ich es, dass es wohl richtig war. Nur eben viel zu überfallsartig. Und wir hätten doch noch hier sitzen können und reden. Über uns und die Welt. Doch du bist einfach gegangen.

Back to you.

Da gehe ich nun. Ich weiß nicht, wohin ich jetzt verschwinden soll. Ich muss weg. Fort von diesem Ort, fort von dir. Ich möchte mich noch einmal umdrehen, möchte dir zulächeln, möchte für das Hundertstel einer Sekunde gemeinsam mit dir ein Ganzes sein, bevor ich wirklich weg bin. Aber ich weiß, dass mich dieser letzter Kontakt unserer Blicke mich umstimmen würde. Und alles würde von vorne beginnen. Alles würde so weiterlaufen, bis wieder dieser eine Punkt kommen würde. Es wäre ein Teufelskreis und ich weiche aus. Leb wohl, mein Lieber. Ich gehe. Ich bin schon weg.

Ich will nicht „Auf Wiedersehen“ sagen. Vielleicht ist es besser, wenn wir uns nicht mehr wiedersehen. Vielleicht ist es besser, wenn du mir jetzt noch nachsiehst, mich mit deinen Blicken durchbohrst. Und vielleicht weinst du dann auch. So versteh‘ mich doch. Verstehe meine Gründe und akzeptiere meine Entscheidung. Vielleicht schaffst du ja schneller, es zu akzeptieren. Und ich. Ich gehe. Ich lasse dich sein. Leb wohl, mein Lieber. Leb wohl.