Stillgestanden.

Als für wenige Sekunden alle Zeiger der Uhr stillstanden, konntest du endlich genug Mut fassen, um Träume zu zerstören.

Du hast den Zeitpunkt perfekt abgewartet. Wir haben uns die wenigen Stunden vorher geküsst. Haben uns berührt, und haben gesprochen. Wir haben gesprochen und ich wollte schon wieder gehen. Als wir auf dieses eine Thema zu sprechen kamen. Ich hätte gehen sollen, aber ich wollte es wissen. Die Dinge, die für dich wichtig in einer Beziehung waren, konntest du nicht erfüllen. Ich war ewig dazu bereit. Und du eben nicht.

Mach immer was dein Herz dir sagt. Immer was dein Herz …

Ich fühlte mich gut. Verdammt noch mal, wie kann man sich nach so etwas gut fühlen. Dass man nicht in einer Beziehung steckte, in welche man viel zu viel Energie reinstecken musste? Dass man endlich einmal selbst den Mut hatte? Dass jetzt endlich eine normale Freundschaft bleiben kann? Ach, wie naiv bin ich gewesen. Vielleicht hast du es schon seit jeher gewusst, als du zum ersten Mal einen Traum zerstört hast. Warum ist es wieder soweit gekommen, warum hast du mir erneut die Welt versprochen und deine Zuneigung und hast rein gar nichts davon gehalten.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint,
in Empfindsamkeit vereint.

Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass du so bist, wie du eben bist. Ich bereue nicht, dass ich dich geliebt habe, und dass ich stets Verständnis zeigte, und dass ich mehr in die Beziehung steckte als du, und dass ich dich vielleicht immer noch liebe. Ich bereue, dass ich in dir einen liebevollen und wunderbaren und wertvollen Menschen sah.

Zwischen „Komm zurück“ und „Wirklich Schluss“

Ich habe immer noch den Versuch gestartet. Oftmals ist es geglückt, man hat sich gemeldet, man hat sich gesehen. Man hat sich für den Anderen gefreut und man war froh, sich gegenseitig als Freund zu haben. Ich habe den Beginn unseres Versuchs eines Freundschaftsaufbaus versiebt, ich gebe es ja zu, aber du könntest dich melden. Es wäre das wenigste. Auf einen Kaffee oder so.

Die Erinnerungssplitter liegen herum
Ich tret rein

Und ja, ich lade dich ein. Es ist ein Versuch. Ich bin dumm, ich weiß, aber ich würde mich freuen, wenn du kommen würdest. Zu meiner Feier zum Ende des Zivildienstes. Du könntest damit zeigen, dass dir noch ein kleiner Funke an mir liegt. Es ist nicht viel, was ich verlange.

Spiegelung.

Die Bäume spiegeln sich im See. Dunkel, dieser Platz.

Durch den Wind wird ein Blatt in den See geweht. Dem Berühren des Wassers folgen kleine gleichförmige Wellen. Meine Augen folgen dem Wasser und beobachten, wie die Spiegelung des Umlandes unförmig wieder zu sich zurückfindet. Der Steg hier. Ich lasse mich nieder und würde am liebsten meine Füße baumeln lassen. Doch dafür ist es noch zu kalt. Der eisige See liegt vor mir, die Bäume wehen im Wind und die Spiegelung bewegt sich.

Als die Unmenge an Luft durch die Äste weht, warte ich. Das ist dieser Platz, an dem wir waren. An dem wir es versuchten und uns auch gut dabei fühlten. Auf diesem Steg saßen wir und alles schien okay. Ich erinnere mich gerne an diesen Tag zurück. Die Sonne schien und es war Sommer. Ein Sommer wie damals. Jetzt ist es dunkel, hier an diesem Platz. Hier an diesem Ort, wo sich die umliegenden Bäume im See spiegeln. Und vielleicht spiegelt der See noch viel mehr. Uns beide. Es ist dunkel. Der See ist still. Still ist es um uns geworden. Nur ich sitze hier, und warte.

Dieser Platz hier ist besonders. Die Magie, die er ausstrahlt, spüre ich nirgendwo so stark wie hier. Hier waren war, unzählige Tage. Du wohnst nur wenige Meter entfernt. Ich habe dich nicht angerufen, habe nicht angeläutet. Ich wollte zu diesem Platz allein kommen, mit all der Erinnerung. Dass es wehtun würde, habe ich erwartet. Aber ich warte und räume die Dunkelheit immer mehr Platz ein. Irgendwann hört es auf zu spiegeln. Die Nacht ist da und der See liegt still da. Mit der Hand auf meiner Brust spüre ich das sanfte Atmen meines Körpers. Gedanken schwirren wie Glühwürmchen um mich herum. Es ist Zeit, denke ich. Und warte.

Sonne.

Was ich will? Die Sonne im Herzen. Mehr ist es ja nicht.

Das Wetter zeigt sich von der besten Seite, es scheint die Sonne, Frühlingstemperaturen lassen die Luft draußen warm werden. Es gefällt mir, wie es so ist. Das heißt, das weiteren Like I’m Home – Texte nichts im Weg steht. Der nächste Platz steht ja schon fest und Gedanken über die folgenden Episoden habe ich mir auch schon gemacht. Ich könnte jeden Tag in der Sonne liegen und das Leben genießen.

Übrigens habe ich rechts in der Sidebar einen kleinen Aufruf gestartet.

Ich brauche eure Hilfe. Wenn ihr einen Blog mit Interviews von hochrangigen Politikern beginnt. Wie würdet ihr ihn nennen?

Fantasievolle und ernstgemeinte Namensvorschläge bitte an mich. Wenn einige gute Vorschläge zusammen gekommen sind, werde ich hier eine große Abstimmung machen! Und der Gewinner bekommt ein kleines Geschenk.

Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Vorschlag zukommen lassen würdest. Das mit dem Geschenk ist ernst gemeint, und wird beim Abstimmungsbeitrag verlautbart. Ich bin schon gespannt, was euch so einfällt. Was das alles zu bedeuten hat? Dazu später mehr. Ich arbeite daran.

Eigentlich fühle ich mich gut. Die Zahnschmerzen werden mit Schmerztabletten unterdrückt, und die Arbeit ruft. Der Zivildienst? Nein, nein. Viel mehr habe ich mir einige Projekte vorgenommen. Themaauswahl für die neue Podcast-Folge. Namensauswahl für den neuen Blog. Interviewfragenüberlegung. Und Wiederbelebung eines alten Blogs. Dem Blog „SCHIMPFWÖRTER erklärt“. Das könnte alles sehr lustig werden, noch dazu, wo Unmengen von Menschen nach Schimpfwörtern und deren Bedeutung suchen. Und nein. Ich kann nicht ruhig sein. Irgendetwas ist immer in Planung. Und die nächsten Projekte gelten als sehr aussichtsreiche Dinge. Seid also wirklich mal gespannt.

Und ja, es geht mir gut. Die Sonne müsste noch vollkommen in mein Herz rein, damit ich wunschlos glücklich bin. Frühlingsgefühle sind bis jetzt noch nicht aufgetaucht. Gott, oder whoever, sei Dank. Bin doch froh, dass ich mal meine Ruhe habe. Und wenn, dann soll alles fix gehen. Kein wochen- und monatelanges Verlieben und dann traurig zurückbleiben. Aber es ist gut so. Das Wetter und der Text gestern. Es ist gut so.

Wir Müssen Das Nicht Tun.

Agnostik für Anfänger.

Es wurde Zeit. Manchmal nehme ich mir für ein gutes Buch einen bestimmten Tag vor, an dem ich die letzte Seite lese und es dann zufrieden zuschlage. Zuschlage und beruhigt ins Bücherregal zurückstelle. Oder ich freue mich auf irgendeinen wunderbaren Tag. Und wenn man dann diese eine letzte Seite liest, oder kurz vor diesem Tag steht, will man nicht, dass es schon vorbei ist. Aber es gibt auch Dinge, da freut man sich trotz all der Wehmut des Vergangenen, des Zurückliegenden, auf das Ende. Und es wäre doch schon wieder so infantil, schon wieder von einem Ende zu sprechen. Ich habe schon oft davon gesprochen, dass ich damit abgeschlossen habe, aber ich habe es nie wirklich. Ich habe mir Brücken gebaut, die mich nicht wirklich auf den Tatbestand haben blicken lassen. Gestern Abend aber kam mir der Gedanke.

Was ist schon Freundschaft.
Freundschaft?
Was ist es schon?

Ich habe Freunde. Auf ein halbes Dutzend Menschen schätzungsweise kann ich immer zählen. Ich will nicht nachzählen und irgendwelche Unterscheidungen machen, weil irgendwann einmal irgendetwas vorgefallen ist. Aber ich denke, dass doch, und trotz der kommenden Entfernung dieses halbe Dutzend bestehend bleibt. Aufgeteilt auf der Welt. Aber warum?

Warum?
Warum, verdammt noch mal sehne ich mich so nach einer Freundschaft zu ihr. Diesem Menschen, den zu lieben nicht sinnvoll, und auf den zu warten viel zu schmerzhaft ist?
Warum denn bitte schön.

Ich habe genug Freunde. Warum würde ich mir so gerne wünschen, dass sie sich meldet und mich fragt, wie es mir geht, und ich aus ihrer Stimme höre, dass es sie wirklich interessiert. Warum würde ich mich gerne mit ihr auf einen Kaffee treffen. Warum würde ich mit ihr gerne sprechen. Warum würde ich ihr mein komplettes Leben erzählen. Und warum meldet sie sich nicht. Und fragt nicht. Und trifft nicht. Und spricht nicht. Und erzählt nicht. Warum.

Ein Gedanke, der mir kam, war Gefühlskälte. So à la … „Naja, das war nun eben mein erster Freund, wir hatten eine Beziehung, eine mitunter sehr schöne. Ich habe alles verkackt. Alles ging den Bach runter, weil ich nicht dazu imstande war, etwas an Energie in die Beziehung zu stecken und ich ihn alles habe versuchen lassen. Aber dann hat er mich zu sehr eingeengt mit seinem Wunsch nach Freundschaft, wo doch wieder Gefühle da waren. Es hat wohl keinen Sinn, also melde ich mich auch nicht mehr. Sehe ich ihn eben nicht mehr. So wichtig war er mir auch nicht.“

Vielleicht denkt sie so, wünschenswert wäre es nicht. Denn Gefühlskälte ist wohl eine der schlechtesten Charaktereigenschaften, die ein Mensch haben kann. Ja, in manchen Momenten der Wut und der Trauer schreibe ich ihr viele negativen Eigenschaften zu. Aber sie hat sich nicht gemeldet. Ein Treffen verlief vollkommen anders, wir haben seit fünf Monaten nicht mehr miteinander gesprochen obwohl so viele Worte nötig wären. Sie nimmt mir die Möglichkeit einen Punkt zu machen. Ich möchte nicht aufdringlich sein, möchte nicht ständig danach fragen, ob sie vielleicht für einen Kaffee Zeit hat. Sie soll sich melden. Sie soll mir zeigen, dass ihr etwas daran liegt, dass sich eine Freundschaft entwickelt.

Aber sie meldet sich eben nicht. Wir müssen das nicht tun. Aber ich weiß es nicht. Du weißt, dass ich es hasse, wenn Menschen, die ich liebgewonnen haben, aus meinem Leben verschwinden. Wie sehr es mir weh tut. Und trotzdem machst du es gerade. Hau ab, du verdammtes Stück Mensch. Du, die mir den Kopf verdreht hat, und in mir zum ersten Mal das wahre Gefühl der Liebe ermöglichte. Dass mich im Regen stehen ließ, ohne Antworten und mir Hoffnungen machte, nur um mich wieder und immer wieder im Regen zurückzulassen.

Wenn ich nur all den Mut und all die Kraft hätte, ich würde mir vor dich stellen. Und würde dich anschreien, wie sehr ich dich hasse und wie sehr ich es beschissen finde, dass du keinen einzigen Funken Anstand hast und dich irgendwann einmal meldest. Dass ich dir scheißegal bin und einfach so aus deinem Leben gestrichen. Dass wir nie funktioniert haben, und das alles nur wegen dir. Wie sehr ich von dir enttäuscht bin und wie gern ich dich nie mehr wieder sehen möchte. Dass du jetzt einen wunderbaren Menschen als potentiellen guten Freund verloren hast. Dass du schon wieder verloren hast, wie immer. Dass du endlich aus meinem verdammten Kopf verschwinden sollst und dass ich es hasse, immer noch zu hoffen. Ich würde dir ins Gesicht schreien und würde wahrscheinlich zu Weinen beginnen, weil gerade diese Wörter, gerade all das seit Wochen und Monaten in meinem Kopf entstanden sind und endlich Freiraum brauchen.

Und nachdem ich Kettcar schon für Titel und Einstiegszeile verwendet habe, hier noch einmal deutschsprachige Musik. Klee.

Wir können das, denn wir sind anders.

Wir können es nicht. Ich versuche es nun endlich zu begreifen. Wir können es nicht. Können nicht Freunde sein, weil du, wie in die Beziehung, nichts investieren möchtest.

Und ich Vollidiot dachte, wir wären anders.
Wären anders.
Als all die anderen.
Und dann du.
Pah.

Du weißt wahrscheinlich gar nicht, was du für einen wunderbaren Menschen aus deinem Leben verlierst. Wen du verlierst, was für eine Persönlichkeit und was für einen Freund du hättest haben können. Einer, der immer für dich da gewesen wäre und mit dir über alles geredet hätte, der mit dir über deine neuen Beziehungen gesprochen hätte und der mit dir gelacht hätte. Du hast es versaut. Schreib es dir auf die Stirn. Okay? Du hast mich verloren. Du hast verloren. Aber wahrscheinlich weißt du das gar nicht. Du verstehst nicht.

Der Agnostizismus ist eine Weltanschauung, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont.

Wir müssen das nicht tun. Okay. Und ruf mich jetzt ja nicht in den nächsten paar Tagen an. Damit ich zusammenbreche, mit all der Wut und der Angst und dem Frust. Damit ich mich nicht freue, deine Stimme mal wieder zu hören. Ich will es nicht.

Nicht Ewig.

Nein, für immer ist nicht ewig.

Ich habe mich gut gefühlt, als ich dir das Päckchen übergab. Als du es auspacktest, warst du in keinster Weise überrascht. Es hat dich gefreut und ich fühlte mich wohl dabei. Ich habe dir an diesem einen Tag meine Liebe geschenkt. Zum ersten Mal spürte auch ich diese Liebe. Du hast sie mir ebenso geschenkt. Wir fühlten uns wohl an diesem Tag. Und auch all das Darauffolgende war so wunderbar einzigartig, dass Worte nichts auch nur annähernd beschreiben können.

Jetzt ist es vorbei. Schon seit beinahe einem Jahr. Als auch ich einsah, dass eine Zukunft aussichtlos ist und dass du mir nur mehr weiter weh tun würdest, ohne es wirklich zu bemerken. Ich habe den Schlussstrich gezogen, den Schlussstrich in meinem Kopf. Irgendwann hat mich dann mein Herz wieder überwältigt, hat mir gezeigt, dass Gefühle zumindest bei mir nicht so schnell verschwinden. Ich habe gehofft und gewartet und konnte die Gefühle nicht abstellen. Ich habe gehofft, dass du einsiehst, dass du einen großen Fehler gemacht hast. Das alles nach mir nur einen Bruchteil von dem sein kann, was ich dir zu geben bereit war. Doch du warst blind und taub, wolltest dein Leben und dieses sah mich eben nicht mehr vor.

Glaubst du, ich wär jetzt über dich hinweg? Ich weiß es nicht. Ich wünschte es mir, es sei so. Doch jedes Mal, fast täglich, tauchst du wieder auf. In meinen Gedanken, in all den Texten, wenn ich mich mal random durch die Neon Wilderness tauche. Du bist nicht weg. Nicht vollkommen. Irgendwie bist du immer noch. Auch wenn die Schneekugel mit unserem Bild, uns beiden, schon lange nicht mehr geschüttelt wurde. Am Ende der Liebe. Bleibt ein kleines Hoffen. Doch die Hoffnung soll sterben. Sie tut weh. Es kann nicht mehr so werden, wie es war. Und so wie ich dich kenne, und ich wage es kaum, zu behaupten, dass ich dich jemals wirklcih gekannt habe, soll es auch nicht mehr so werden. Nichts soll mehr so sein. Nicht soll für dich sein, wenn ich ein Teil davon bin.

Nach all diesen Tagen und Monaten, nach all diesen Vorkömmnissen und Veränderungen in meinem Leben, habe ich es nicht verlernt, ungerecht zu sein. Doch was ist schon Recht und Unrecht. Warum sollte ich Acht geben auf irgendetwas, was mit dir zu tun hat. Du hast mich beinahe gebrochen, damals, Ende Februar. Hast mir geschworen, alles zu geben, um es nicht mehr so weit kommen zu lassen. Und ließest dich wieder gehen und alles war so, wie ich es schon wieder befürchtete. Du hast uns keine Chance gegeben, und dafür würde ich dich gerne hassen. Wenn ich nur könnte. Schon alleine der Versuch lässt mich wieder ruhig werden und ich bemerke, dass noch nichts vorbei ist. Du glaubst, dass mit dem Kontaktabbruch alles getan ist, aber Herrgott, das ist es nicht. Ich brauche Worte und brauche dein Gesicht. Ich muss dir erzählen, was in meinem Leben vorgeht, und in meinem Kopf. Ich muss dir sagen, dass die Gedanken omnipräsent sind, aber du mich nicht mal mehr als normalen Freund verdient hast. Ich möchte dir so viele Dinge ins Gesicht sagen und irgendwann wird der Tag kommen. Der Moment, an dem meine Welt zusammenbricht, und ich den entscheidenden Ziegel herausziehe. Du entkommst mir nicht. Nicht ewig.

Irgendwann werden wir noch sprechen.

Entfernt.

Die Kieselsteine auf meinen Knien drückten sich hinein, als ich auf dem Boden knie und fragen in Richtung Himmel blicke. Doch der Schmerz ist mir egal.

Es ist als hätte ich dich ein weiteres Mal verloren. Ich konnte dich nicht in meiner Nähe haben, die letzten Monate. Habe dich nicht gesehen und jetzt, wo du 3839 Kilometer entfernt bist, kommt es mir vor, als wärst du für immer weg. Obwohl du in wenigen Tagen schon wieder zurückkommst. Es ist anstrengend, dich zu vermissen, mit dem Wissen, dass du keinen Gedankenfunken an mich versprühst. Aber verdammt, du fehlst.

Langsam erhebe ich mich und überlege mir, was du für mich warst. Die erste große Liebe. So richtig große mit Gedanken für die ferne Zukunft und so. Du warst die Erste, die mein Herz für kurze Zeit zerfetzte. Und nie wieder ist es richtig geflickt worden. Du hast kaputt gemacht, und ich hoffte doch immer, bis jetzt hoffe ich noch, dass wir uns irgendwann einmal wieder sehen. Dass eine Freundschaft entstehen kann. So zu lieben, wie ich die schon einmal geliebt habe, das könnte ich heutzutage gar nicht mehr.

Ich wische die Kieselsteine von meinen Knien und warte. Ich habe doch schon genug Freunde, viel zu wunderbar sind sie. Stets da und hilfsbereit und großartig. Warum lege ich so großen Wert darauf, auch mit dir eine Freundschaft aufzubauen. Weil ich dich nicht verlieren will. Ich will, nicht, dass du aus meinem Leben verschwindest. Aber das große Problem: Ich habe dich schon verloren. Was zwischen uns früher einmal Liebe war, wurde für dich scheinbar Gleichgültigkeit.

Suche dir bitte nie wieder einen Menschen. Bleibe allein, denn du hast es nicht anders verdient. Du hast nicht verdient, von ganzem Herzen geliebt zu werden. Denn du kannst nur enttäuschen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann, dass du mich nie mehr indirekt enttäuschst. Indirekt? Ja, denn du siehst es meistens erst gar nicht. Der Himmel gibt mir auch keine Antworten. Er ist wie du.

Damals. Nackt.

Es waren nur Sekunden.

Wir haben uns berührt, an allen möglichen Stellen unserer Körper. Haben die Finger des Anderen über die eigene Haut streicheln fühlen können. Manchmal habe ich auch die Luft angehalten, nur um deinen Atem alleine in dieser vollkommenen Stille zu hören. Habe dein Gesicht beobachtet und die Nähe gespürt. Habe gefühlt, wie sanft sich unsere Nähe heranschmiegt. Bis sich unsere nackten Körper langsam berühren. Und wir verharrten so für Sekunden, ganz ruhig und still. Dieser eine Moment, an diesem einen Moment spürte ich mich zum ersten Mal „ganz“. Ich fühlte mich glücklich und nichts hätte mich und hat mich bisher glücklicher gemacht. Es ist traurig, dass sich das größte Glück, welches ich für mich empfinden konnte, mit dieser einen Berührung, mit dieser Nähe zu dir verbinde. Die Nähe ist weg und selbst aus der Ferne haben wir uns nichts mehr zu sagen.

Wir haben uns berüht, an allen möglichen Stellen unserer Körper. Haben uns beide auf den Rücken gedreht und an die Decke des Zimmers geblickt. Leichter Schweiß bildete sich auf unseren Körpern und die Hände wurden warm. Wir spielten uns mit unseren Fingern, strichen uns langsam über über die Arme. Damals. Nackt. Die Stille hat sich an uns gewöhnt. Nichts zu sagen hatten wir uns und kein Wort wäre auch angemessen gewesen. Nur die Stille konnte überzeugen und irgendwann gewöhnte sie sich auch daran. Wir hatten nur uns und waren die glücklichsten Menschen der Welt. Hatten uns und die Welt nur sich selbst.

Wir haben uns berührt, an allen möglichen Stellen unserer Körper. Haben gewartet, bis die Nacht sich mit der Dunkelheit vertraut gemacht hatte. Unsere Lippen berührten sich und unsere nackten Körper verharrten. Es war diese Zeit. Als wir uns hatten und uns langsam berührten. Als du bei mir Gänsehaut erzeugtest und ich bei dir. Ich habe dich nicht mehr gesehen. Die kurzen Treffen empfinde ich nicht. Sie waren nicht, denn ich hatte nichts von dir. Habe keinen Satz sagen können, welchen ich mir Wochen vorher vorbereitet hatte. Hatte nie die Möglichkeit, deine Hand zu berühren. Einfach nur, um sicher zu gehen, dass die Zeit vorüber ist. Ich habe dich nicht mehr gesehen. Wir haben uns berührt.

Und jetzt trennt uns. Es waren nur Sekunden.

Ernsthaft.

Wie lächerlich.

Und wenn ich es dir sage. Wir hätten es versuchen sollen. Es hätte doch nur zwei Möglichkeiten gegeben, wie es ausgegangen wäre. Entweder wir wären gefallen oder wir hätten abgehoben. Zu höheren Höhen und weiteren Weiten. Doch du warst zu feige. Hast die Augen geschlossen um die Varianten nicht zu sehen. Du hast mich enttäuscht und dir wieder einmal gezeigt, dass du es nicht kannst. Dich auf etwas einzulassen. Ernsthaft zu sein.

Ich habe es mir ausgemalt. Wie es sein könnte. Immer auch mit dem Hintergedanken, wie die negative Seite aussehen könnte. Ich hätte mich eingelassen. Hätte es versucht und wäre schließlich auch gefallen, wenn es soweit gekommen wäre. Du bist weg. Ich kann dich nicht sehen und ich will es auch nicht.

Du hast mich enttäuscht. Tausende Male in wenigen Tagen. Hast mir gezeigt, wie viel ich dir bedeute. Oder wie wenig. Ich habe es über mich ergehen lassen, und habe nichts gesagt. Du hättest mir deinen Frust schon längst unter die Nase gerieben, doch ich schweige. Ich sage dir nichts, aber irgendwann musst doch auch du es bemerken. So blind und taub kann man doch nicht sein. Du hast dich verändert, genau zu dieser Person, die die früher nie sein wolltest. Wie lächerlich du nun wirkst. Es tut mir Leid. Wenn du mir nur weh tust, dann lass‘ es sein. Ich würde es tun, wenn ich nur könnte.

Too Late.

Ich hab‘ wohl irgendwas versäumt.

„Es ist zu spät.“, fauchst du mich an. ‚Es ist nie zu spät.‘, denke ich mir. Doch dein Blick sagt mir schon seit einiger Zeit, dass ich hier nichts mehr zu suchen habe. „Wir haben den Zenit überschritten.“, meinst du. ‚Du weißt doch gar nicht, wie groß wir hätten werden können.‘ rotiert es in meinem Kopf. Doch die Tür schließt sich und mit ihr bleiben die Hoffnungen, Schritt für Schritt, am Boden verstreut. Das Ende, lange Zeit nicht in Sicht, befindet sich hinter mehr. Das war es und so hätte es nicht sein sollen.

Wer hat nun Schuld. Es ist dumm, hier nun irgendeinen Schuldigen zu suchen. Du? Ich? Der Klimawandel? Keine Ahnung. Es hat eben einfach nicht funktioniert. Irgendeine Schraube fehlte, irgendeine Mutter hielt nicht und das Konstrukt stürzte in sich zusammen. Was uns jetzt noch bleibt, sind die Trümmer. Die Trümmer der Gegenwart, mit den wunderschönen Bildern der Vergangenheit.

Ich bin nicht einfach. Sicherlich nicht. Das kann jeder bestätigen, der mehr als einen Tag mit mir verbracht hat. Irgendwann kommt das wahre Ich heraus und nicht jeder hat Lust auf sowas. Doch du zeigtest Interesse, auch den Typen dahinter kennenzulernen. Du hast mich erlebt, wie sonst noch niemand. Und doch musste das Ende einkehren. Als wäre alles vorbeistimmt. Zuerst der überschwängliche Anfang, dann die wunderbare Mitte, der Hauptteil. Und wie bei jedem gesunden Deutsch-Aufsatz folgt natürlich auch der Schluss. Unerwartet aber doch mit einem abschließenden Punkt.

Ich hab‘ wohl irgendwas versäumt. Aber jetzt ist es zu spät. Langsam wiederhole ich deine Worte und wundere mich, wie ich ihnen auch nur ansatzweise Glauben schenken kann. Der Zenit wäre noch gefolgt und es ist nie zu spät, meine Liebe. Zu spät ist es nie.

Anders.


Langsam den Entschluss in meinem Kopf entstehen lassen. Wenn alles in Liebe, Freundschaft und Traumwelt nicht richtig läuft, ist es vielleicht wichtig, sich mal auf eines zu konzentrieren. Alles andere rechts außen liegen lassen. Weil eine dreifache Anstrengung einfach zuviel ist. Da nimmt man sich einfach zurück und zieht das eine Ding durch. Mein Leben mal anders. Bis zu meinem 20. Geburtstag.

Man konnte es mitverfolgen. Meine Probleme in der Liebe. Gefühle und Gedanken und Verliebtheit und Hoffnung und Absturz und Fall. Der regelmäßige Ablauf. Vielleicht kommt der Blog viel zu schmalzig rüber und vielleicht spürt man es nicht. Aber es tut mir schon weh. Wenn mir Menschen das Gefühl geben, mich zu lieben, es aber schlussendlich doch nicht bereit sind. Wenn ich als alleine unter Paaren sitze, ja, das ist ein beschissenes Gefühl. Ich wünsche mir einen Menschen, der so wunderbar und so einzigartig ist. Ich weiß nicht, wann ich sie finden werde. Ich weiß es nicht. Aber zumindest interessiert mich das Suchen einfach nicht mehr. Zu weh tat das alles schon.

Kürzlich erst kamen zwei Probleme, die ich mit Freunden hatte, irgendwie hoch. Jaja. Ich erzähle immer von der Wichtigkeit einer Freundschaft. Meiner Freundschaften, meiner Freunde. Ich möchte, dass es ihnen gut geht. Doch durch Verquerelungen innerhalb unseres Freundeskreises fällt es manchmal schon schwer. Dass ich jetzt die ganze Sache so beschrieben habe, dass ich mich von zwei wichtigen Freunden zurückziehen werde, nur um nichts kaputt zu machen, ist der Höhepunkt. Der Höhepunkt der beschissenen Woche und überhaupt. Zurzeit fühlt sich alles falsch an, aber ja, ich bin egoistisch. Ich lasse mir zurzeit echt nichts gefallen, bin ein großer egoistischer Arsch und habe ein mulmiges Gefühl im Bauch. Vielleicht muss das einfach raus.

Und nun komme ich zum Dritten. Das Buch „Volle Distanz. Näher zu dir“ ist in Arbeit. Ich schreibe auf einem kleinen Block (DIN A6) nach und nach Absätze. Gut überlegt und wohl geformt. Doch ich komme kein kleines Stückchen weiter. Es dauert viel zu lange. Und so werde ich mich bis zum 6. Mai aus der Liebe und der Freundschaft zurückziehen. Einfach zurückstecken, nicht überall dabei sein, nicht alles gefallen lassen. Denn ich bin nämlich immer viel zu kompromissbereit. Ja, jetzt seht ihr ihn auch mal. Den Arsch vom Ikarus. Und ich habe keine Schuldgefühle. Warum immer ich. Warum muss ich immer aufpassen, dass Freundschaften gut laufen, dass die Beziehung nicht zerbricht. Ich könnte jetzt fluchen und mit Schimpfwörtern herumjonglieren. Es würde ja doch nichts helfen.

Ich werde mich zurückziehen. Werde an meinem Buchprojekt arbeiten. Werde wohl auf keine Party meines Freundeskreis gehen. Ich selbst werde natürlich schon eine veranstalten. Und werde auch alle einladen, selbst wenn jetzt Probleme da sind. Vielleicht legen sie sich. Aber bis dahin beschränke ich mich auf irgendwelche Kaffees. Mit einzelnen Personen oder zu dritt. Mal sehen. Oder Kino. Ich werde Zeit für mich haben. Für mich und nicht für euch. Ihr werdet mir manchmal fehlen und manchmal werde ich froh sein, euch nicht zu sehen. Denn so wie es jetzt ist, versaut ihr mir manchmal richtig den ganzen Tag. Und dazu habe ich keine Lust.

Und so wären das jetzt 43 Tage. Ich werde mich hier natürlich melden. Werde einige Kapitel fertigstellen. Und vielleicht gelange ich auch schon weit hinein in die Geschichte. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt. Es wird schon. Und zurückkehren möchte ich leicht anders. Ich, auf dem Weg zur Perfektion. Zu meinem auferlegten Möchtegern-Sein. Ich möchte mich wieder sportlich betätigen, vielleicht versuche ich auch mal wieder das meditieren, und ich möchte einfach ganz, ganz viel nachdenken. Aus den letzten 25 Tagen bis zum Ende meines Zivildientes das Beste daraus machen. Und schrieben. Endlos schreiben. Jede freie Sekunde werde ich schreiben, weil meine Kreativität scheinbar einen mächtigen Schub bekommen hat. Es müssen immer solche Momente sein, dass man sich zu so etwas beschließt, und dass die Kreativität anspringt, so wie sie es gerade bei mir getan hat.

Ich tauche unter. Bei manchen möchte ich das „Look What You’ve Done“- Gefühl hervorheben. Andere vermisse ich schon jetzt. So wird es sein. Ich habe Angst. Aber nun gibt es kein Zurück. Wohin sollte ich den gehen?

Edit:// Ich werde mich nicht zuhause einschließen. Werde nicht den Kontakt zur Außenwelt abbrechen. Nein. Ich werde auch weiterhin auf kleinen Zusammenkünften zu finden sein. Aber ich werde große Parties meiden, werde Menschenaufläufe, wie schon damals, wieder meiden. Aber das Buchprojekt soll trotzdem jetzt einen großen Fortschritt erleben.