Das wars. [Ein Liebesbrief]

Hallo, du.

Ich würde ja jetzt gerne behaupten, dass sich dieser Brief hier in wenigen Sekunden von selbst auflösen wird. Oder dass er in Flammen aufgeht, und nur die Asche zurückbleibt. Doch das ist es nicht. Dieser Brief ist für die Ewigkeit, beziehungsweise so lange, wie du ihn aufbehalten willst. Vielleicht haben dir diese wenigen Zeilen schon gereicht, um an der ersten Ecke zu Knüllen zu beginnen. Aber warte. Das hier ist ein Liebesbrief.


(via seanmcgrath | Flickr)

Aber glaube es mir, ich werde dir nicht die Frage stellen, ob du mit mir gehen willst. Und du bekommst auch keine drei Antwortmöglichkeiten. Du brauchst dich nicht zu entscheiden. Lies den Brief einfach weiter, und du wirst einsehen, warum es zumindest einen Versuch wert ist. Am Besten, du setzt dich mit diesem Text in irgendeinen menschenleeren Raum und liest ihn dir selbst vor. Das wirkt besser, vor allem wenn nur der Schein einer Kerze Licht auf dieses Blatt fallen lässt. Aber lassen wir das. Ich wollte dir ja etwas sagen.

Weißt du, manchmal frage ich mich, was mit meinen Gefühlen los ist. Ich weiß noch ganz genau, wie es war, als wir uns das erste Mal sahen. Kennst du das Gefühl, wenn man glaubt, dass beim ersten Blickkontakt auch schon ein kleiner Funke übergesprungen ist? Genau das war es nicht. Ich fand dich hübsch und dein Lächeln mutete mir so ehrlich an, dass ich darauf vertrauen könnte. Aber unsere Wege trennten sich damals. Bevor wir uns überhaupt erst begegnen konnten. Dieser eine Abend dauerte noch lange und ich lernte wieder unzählige neue Menschen kennen, welche mich auch schon auf Facebook oder studiVZ geaddet haben. Internetbekanntschaften, die man zuallererst im Real-Life kennenlernt. Vielleicht kennst du das. Aber dich habe ich schnell vergessen. Vielleicht war es der Alkohol, oder die Rauchschwade, die in diesem einen Lokal immer verdächtiger nach unten sank. Oder diese frühe Morgenstunde, in der ich mich befand.

Als ich an diesem Morgen beinahe schon zu Mittag aufwachte, brummte mein Kopf. Und sofort – bitte frage mich nicht wieso – dachte ich an dich. Man könnte sagen, von Anfang an begann ich, dich mit dem Schmerz in meinem Kopf zu assoziieren. Ich hörte dein Lachen in meinen Ohren, obwohl letzte Nacht wohl ein Dutzend Menschen zwischen uns tuschelten. Es musste deines gewesen sein. Und das ist der Punkt. Von hier an begleitest du mich. Und nein, ich tagträumte nicht jeden Tag von dir, wobei mir die Kopfschmerzen womöglich Anlass dazu gegeben hätten. Aber es gab einfach diese Momente, an denen ich an dich dachte. Nur kurz huschtest du durch meine Gedanken, und mit der Zeit verschwamm auch die Erinnerung an dein Gesicht. Und an dein Lächeln.

Irgendwann sind wir uns dann schließlich begegnet. Du hast mich angesprochen, wir haben uns gemeinsam diese Zigarette geteilt. Und das war auch dieser eine Abend, an dem du das erste Mal für mich lachtest. Aber du kennst die Geschichte, ich weiß. Und da ich schon oft genug Menschen kennengelernt habe, die beim Flirt mit der nächstbesten Person die Tragödie der vergangenen Liebe zu erzählen pflegen, überspringe ich das. Ich bin wohl nicht der Einzige, welcher von diesem Palaver entgültig genug hat. Der Vorteil einer vergangenen Liebe ist, dass sie vergangen ist. Vielleicht ist sie noch ein fixer Bestandteil im Kopf oder vielleicht sogar im Herzen, aber es muss doch nicht die ganze Welt etwas davon erfahren.

Worüber ich eigentlich mit dir sprechen wollte, ist die Tatsache, dass ich mich in dich verliebt habe. Es passierte nicht Hals über Kopf, es war eher eine Herzsache. Und möglicherweise auch Schicksal, auf welches ich normalerweise nur selten vertraue. Wir haben uns kennengelernt. Und ich dich lieben.

Wie soll ich jetzt nun anfangen. Hm. Glaubst du eigentlich an die große Liebe? Die „endgültige“ Liebe? Wo man sich trifft, sich verliebt und dann miteinander stirbt. Dazwischen eine Zeitspanne von, sagen wir, mindestens vierzig Jahren. Soll es das gewesen sein? Manchmal träume auch ich davon, aber es ist eben doch schon viel mehr Utopie, als ich mir einzugestehen getraue. Vielleicht wirst du einmal eine große Liebe. Vielleicht bleiben wir auf längere Zeit ein Paar. Man kann ja nie wissen. Aber ich möchte dich nicht zu sehr einengen. Ich will dich nicht nur für mich beanspruchen, wie es Freunde von mir mit ihren Partnerinnen und Partnern machen. Ich möchte dich leben lassen, so wie du bist. Nur möchte ich auch ein Teil von deinem Leben werden.

[Wir müssen nicht hüpfend durch ein Blumenfeld hüpfen oder gemeinsam aus einem Eisbecher löffeln.] Ich möchte dich manchmal einfach nur umarmen. Mal für ein paar Sekunden. Und ich möchte meinen Kopf in deinen Schoß legen können, wenn wir uns den Sternenhimmel ansehen und ich dir zum unzähligsten Mal den Großen Wagen zeige. Ich möchte dir meine Probleme erzählen können und würde mir wünschen, dass du mir zuhörst. Ich möchte gerne mit dir einschlafen, meine Hand um deinen Bauch gelegt. Ich möchte mit dir zum Ufer unseres Sees gehen, und einen ganzen Tag nur unsere Beine im Wasser baumeln lassen. Ich möchte Geschichten über dich schreiben und dir Gedichte widmen. Ich möchte mit dir streiten, wenn wir uns endlich mal irgendwo uneinig sind. Ich möchte weinen, wenn dir danach zumute ist. Ich möchte dich festhalten, wenn du zu fallen gedenkst. Ich möchte dich meine Freundin nennen. Und ich würde wohl auch etwas mit dir prahlen.

Du sollst dein eigenes Leben führen, und ich würde auch nicht für dich leben. Aber wir könnten unsere gemeinsame Zeit einzigartig werden lassen. Und hab keine Angst. Ich würde auch nicht sagen, dass ich dich für immer lieben werde. Die Ewigkeit ist ein viel zu langer Zeitraum, als dass ich mich jetzt schon festlegen würde. Lassen wir uns doch überraschen.

Aber jetzt kannst du wahrscheinlich irgendwie erkennen, was du von mir erwarten würdest. Es wäre doch zumindest einen Versuch wert, findest du nicht? Wir müssen nicht erfolgreich sein, es kann auch gerne ein Bruchlandung werden, für uns beide. Aber erst wenn wir hart auf dem Boden gelandet sind, können wir behaupten, dass wir es versucht haben. Man kann nicht immer erfolgreich sein, das weiß ich. Wir müssten es nur versuchen, um es der Welt zu zeigen. Dass die Liebe meist nicht ewig weilt, aber man sich auch nur eine kurze Zeitspanne zu einer der Schönsten des ganzen Lebens werden lassen kann. Komm! Lass es uns versuchen.

Und das war er nun. Nicht mein erster Liebesbrief, aber vielleicht mein ehrlichster. Vielleicht hast du verstanden, was ich dir sagen wollte. Und sollte ich dir auch nur einen kleinen Hauch deines Lächelns auf deine Lippen gezaubert haben, dann hat dieser Brief schon seinen Auftrag erledigt. Jetzt kannst du ganz einfach zu Knüllen beginnen (bzw. es fortsetzen). Das war es von meiner Seite. Jetzt bist du dran.

[Und ja. Ich bin unfähig, abschließende Worte zu finden. Ein „Bye“ ist zu englisch, ein „Hab dich lieb“ zu teenisch, ein „In Liebe“ zu dramatisch und ein „Liebe Grüße“ zu unpersönlich. Vielleicht belasse ich es dabei und sage einfach und abschließend …]

Das wars.

Finished: 3:39 Uhr, 29. Jänner 2009
Eine Inspiration: hoch21 mit
Das hier ist ein Liebesbrief. Ich will es lieber gleich schreiben, falls Du es nicht bereits ahnst.

Auch auf: NEON.de, jetzt.de und Ci-Jou


Download MP3 [10,9 MB]

[11:54 min] [Aufnahmedatum: 26. Februar 2009]

Song: So Finally A Love Song (Demo) von Paul Goodwin

Das hier ist für alle die.

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Ich bin zurzeit in keinster Weise verliebt. Eindeutig. Keine Schmetterlinge, die in meinem Bauch Sex haben und dieses geniale Kribbeln erzeugen. Rein überhaupt gar nichts. 

Und ja. Ich freue mich eben gerade darüber. Nachdem seit dieser Woche alles perfekt läuft, lasse ich mich überraschen. Und brauche keine Verliebtheit, die in die Irre führt. Also, keine Liebe für mich. Nichts. 

[Also erspart euch eure Liebesbekundungsmails.]

Bildauschnitt > Bild > Fotograf

Life in Technicolor. Oder so.

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Ich fühle mich heute schon wieder etwas besser.3:02 PM Jan 16th Depressive Stimmung fast wieder weg. Ein leichtes Hoch spürbar. Das gefällt mir. 4:10 PM Jan 16th Mir geht es, soweit ich es sehe, gut. 6:31 PM Jan 16th Und an alle, denen es in letzter Zeit so ging wie mir, ein kurzer Hinweis: Es wird wieder. Irgendwann. Unerwartet. 6:54 PM Jan 16th Verdammte Uni. Am Liebsten würde ich alles hinschmeißen. ungefähr 22 Stunden ago So. Sorry. Die letzten Tage vor den Ferien nerven. Auf ein geiles Hoch kommt ein schnelles Tief und so. Immer und immer wieder. ungefähr 18 Stunden ago Status: Tief. Aber wenn Obama am Dienstag wieder von Hoffnung redet, stimme ich einfach mit ein. Yes, we can! 22 Minuten ago [powered by: Twitter und mir.]

Zwischen meinem letzten Eintrag über mein Leben [mit diesem schwungvollen und leicht zu merkenden Titel Ein Toast, auf das Leben. Seine Lügen. Und wie wir uns zeitlebens abmühen. Für nichts, und gar nichts. (Link)] und diesem hier liegen gerade einmal geschätzte drei Tage. Einen Tag nach diesem Scheißleben-Gefühl ging es aufwärts. Ich war wieder fit [vor allem gesundheitlich]. Ich erlebte zwei tolle Abende mit Freunden. Ich war wieder hoffnungsvoll. Gestern dann der Rückfall. Streit mit den Eltern und Unistress. Und jetzt bin ich zwar in einem Tief aber hoffnungsvoll. [Danke, Obama]

Aber zuallererst möchte ich bei den Schreiberlingen der Kommentare bedanken. Sie haben mich wieder zum Nachdenken angeregt und mir Anstöße gegeben. Vielen Dank fj, lexxa, Luca, schaezle, félix, und tshalina! Was habe ich denn nun vor? Wie soll mein Leben weiterlaufen? Zumindest die nächsten 8 Monate [Argh. Das ist schon arg lange.] Ich werde hier jetzt wieder unzählige Dinge aufzählen, und wie ich mich kenne, wird nur ganz Weniges umgesetzt.

In Sachen Liebe werde ich warten. Wobei ja warten auch irgendwie komisch klingt. Wenn es kommt, dann kommt es eben. Diese Schmetterlinge und so. Und ich würde nicht nein sagen, wenn sie plötzlich wieder in meinem Bauch auftauchen würden. Aber dazu müsste ich jemand komplett Neuen kennenlernen. Mal sehen. Aber ich denke, erst wenn ich wieder in der Lage bin, mich selbst zu akzeptieren [und diese Fähigkeit fehlt mir gerade absolut, wenn mich ein Tag nervt, bin vor allem ich es, der mich selbst nervt] muss ich meine Vorhaben erfüllen [beschrieben im Text Haarsträubend. (Link)]. Erstens wäre ich um Einiges selbstbewusster, und zweitens wäre es um Einiges einfacher, jemanden kennenzulernen. Wetten? [Sollte ich meine Ziele erreichen, werde ich es ausprobieren. Einträge werden folgen.]

Nun zum Thema Uni. Ich würde am Liebsten keinen einzigen Tag mehr dorthin gehen und gleich morgen mit der Fachhochschule in St. Pölten beginnen [Zugegeben: Ich bin noch nicht einmal angenommen, aber hier stirbt die Hoffnung scheinbar überhaupt nicht. Und die Liebe zur FH hat nichts mit ihren genial-langen Semesterferien zu tun. Ehrlich] Aber da die FH erst ab September, oder Oktober [was weiß ich] startet, werde ich auch noch im zweiten Semester zur Uni gehen. Und im Februar werde ich alle drei Prüfungen der ersten Studieneingangsphase ablegen. Und das eine negative Tutorium, welches ich dieses Semester verbockte, werde ich im nächsten Semester nachholen. Warum ich das mache? Wegen der Familienbeihilfe, die auf das Ablegen und Bestehen von Prüfungen angelegt ist. Das alles klingt nicht wirklich motiviert, aber vielleicht werde ich irgendwelche anderen Vorlesungen aus komplett anderen Bereichen besuchen. So wie Philosophie, Theater-, Film- und Medienwissenschaften oder so etwas.

Und dann noch dieses Jobtechnische: Auch wenn ich im zweiten Semester wirklich mehr machen würde, so in Sachen Uni. Ein Job würde sich schon noch ausgehen. So denke ich das zumindest. Luca hat mir in seinem Kommentar [Link] Anstöße gegeben. Ja, ich möchte professionell schreiben. Für eine Onlinezeitung oder Print. Irgendwas. Möchte, wenn nötig, auch einfach nur der Praktikant in einer Redaktion sein. Oder der Typ vom Kopierer. Ich möchte einfach mal hineinschnuppern. Und wenn möglich mit Bezahlung, und wenn nicht, auch egal.

Tja. Und sonst? Ich nehme mir, und des sowieso schon seit Längerem, wieder mehr Zeit für meine Freunde. Möchte so viel wie möglich unternehmen. Im Sommer – so wurde schon beschlossen – soll es nicht sehr weit weg gehen. Irgendwo an einen von Österreichs zahlreichen Seen oder in Norditalien. Vielleicht auch doch irgendwo am Meer. Aber nicht wieder Stockholm, wo man die Sonne schon mal suchen musste. Und nach Amsterdam soll es unbedingt dieses Jahr auch mal gehen. Und außerdem. Hm. Werde ich irgendwann einen Rythmus für meine Blogprojekte finden, an meinem Buchprojekt weiterschreiben. Und … [HAHA. Da ist es wieder. Das Hoffnungsvolle] irgendwann kommt alles ins Laufen. Ehrlich. Daran glaube ich jetzt. 2009 wird schon. [Aber das vielelicht auch nur, weil ich der Größte bin.] //Irgendwie verwunderlich. Kein Selbstwertgefühl und doch so selbstüberzeugt. Schizophrenie. Eindeutig. Und zum Abschluss verabschiede ich mich mal wieder für ein paar Tage. Unistress, wie man so schön sagt. [Hmpf³] Und vom Scheißleben will ich mich irgendwie gerade auch nicht lossagen. Irgendwie finde ich es schön. Scheißleben. Scheißleben. Scheißleben. [Und um hoch21 noch einmal zu Zitieren: Jetzt fällts mir wieder ein: Toilettenpapier!6:05 PM Jan 14th]

Altlast.

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Ein Eintrag.
Work in progress.

Bis jetzt 180 Wörter wieder gelöscht.
Das Thema nervt zurzeit.

Es handelt von dem immer wieder aufflammenden Bedürfnis, sie wieder einmal zu treffen. Bei einem Kaffee. Um zu reden. Um etwas über ihr Leben in den letzten 15 Monaten zu erfahren.

Immer wenn es mir schlecht geht. [Seelisch.] In letzter Zeit häufig. [Zwei Mal]. Schicke ich unnötige SMS.

Es tut mir Leid. Ich will nicht darüber sprechen. [Bzw. schreiben.]

Ich weiß nicht. Vielleicht sollten wir uns wirklich noch länger nicht sehen. Aber ich würde mich freuen. Auf ein Gespräch mit ihr, nach so langer Zeit. 2009 soll anders werden, als es 2008 war. Es muss sich also etwas ändern.

Und eine Angst habe ich auch noch. lexxa fand wundervolle Worte.

In genau diesem Moment weiß ich:
Ja, auch ich würde dich gerne wieder sehen.
Dennoch:
Nein.
Denn ich würde dich wieder vermissen.

Das macht mir Angst. Irgendwie. 

Es soll alles rein platonisch sein. [Gefühle sind unberechenbar. Aber ich würde sie unterdrücken. Für sie.]

Ein Bildausschnitt aus dem Bild von Vincepal -away-

Schmetterlingssex

Nachdem ich mich vor lauter Feiertagen zwischen den Wochenenden nicht mehr wirklich datumstechnisch auskenne, war ich heute mehr als überrascht, dass keine zusammengerollte Zeitung vor der Tür lag. Es war also Sonntag. Und nachdem ich mich stundenlang nicht aus dem Haus traute, vor lauter Faulheit, schaffte ich es irgendwann, in Richtung Abend. Einerseits für das Projekt 52 – Bild. Aber auch noch, um meine Omama zu besuchen und mir anschließend eine der großartigen Sonntagszeitungen zu besorgen. Irgendwann fand ich dann auch, zwischen den unzähligen ÖSTERREICH- und Krone-Säckchen auch eines, welche eine halbwegs annehmbare Zeitung enthielt. Den Kurier.

Und der verrät für die kommende Woche etwas ganz Besonderes. Denn nicht nur Gregor Bloeb ist nicht mehr zu bremsen, nein. Auch die Stiere sollen den ersten Aufschwung ihres für dieses Jahr besonders großartige Horoskop erleben. Denn sie werden sich verlieben. „Hals über Kopf“ steht da. Wortwörtlich.

Schön ist das. Sich Hals über Kopf zu verlieben macht immer ein so schönes Kribbeln im Bauch. Schmetterlingssex nenne ich das gerne. Aber was mir dieses Wochenhoroskop jedoch nicht verriet, ist, ob auch die Geliebte, oder sagen wir, die von mir plötzlich ab morgen Hals über Kopf – Geliebte, sich in mich verlieben wird. Oder ob doch nur alles wieder einseitig sein würde. Oder wäre hier schließlich das absolute NoNo angesagt? Stier liebt Stier? Man weiß es nicht, und diese Antwort liegt, viel mehr als all die anderen, in den Sternen. Und die sind für mich sowieso unergründlich.

[Das musste jetzt einfach mal gesagt werden. Und das Bild ist übrigens mein Bild zum Tag 4 des Projektes 365]

Was wäre, wenn?

[…]

Was hätte. Was wäre. Was könnte. Was sollte.
Alles.
Aber leider nichts.

Manchmal ist das Nichts freilich viel ergiebiger als das Alles. Es befeuert die Fantasie, muss aber nicht auf den Prüfstand der Realität.

Manchmal tritt durch durch eine Tapetentür ein Mensch in dein Leben, der dich mit großen Augen so anschaut, dass du weißt: Uuuh, das könnte was sein, und schon wirft das Sehnsuchtszentrum deines Gehirns die große Was-wäre-wenn-Maschine an. Was könnte. Was sollte.

Was soll ich.

Es muss nicht viel mehr sein als: ein interessantes, herzliches Gespräch. Jemand, der an den richtigen Stellen lacht und bei den langsamen Passagen ganz genau zuhört. Eine Berührung der nackten Unterarme, ein etwas zu langer Blick über den Rand deines Glases. 

Ob das auf einen zärtlichen Kuss beim Abschied zusteuert oder auf ein Ausprobieren, wie sich eine gemeinsame Nacht anfühlt, ist weniger wichtig als der Schwebezustand, der dich elektrisiert: Wo führt denn das hin?

Merkwürdig, dass der Nachhall dieses Schwebens noch immer zu spüren ist, wenn längst klar ist, dass es nirgendwo hingeführt hat. Denn es hätte, es hätte …

Es hätte sich auswachsen können zu einer Affäre, einer Liebe, zu den seltenen Momenten, die humorvoll und sexy gleichzeitig sind und von denen man immer erst im Nachhinein weiß, dass sie zu den wertvollsten gehören.

Scheiß Konjunktiv.

[…]

Info: NEON, Ausgabe Januar 2009, Seite 73, Text: Christian Seiler
Bild:
 visualpanic 

So why does the wind go howling her name?

Er atmet tief ein. Und so sehr er es sich auch wünscht, die Stimme in seinem Kopf gestattet ihm keine Sekunde der Stille. Es ist kalt hier, draußen, an der frischen Luft. Der Himmel, so blau. Und immer. Ja, immer denkt er nur an sie und vergisst zu vergessen. Er hat das Vergessen nie erlernt. Alles Geschehene bleibt in ihm. Und an manchen Momenten scheint ihm die Vergangenheit den letzten Schlag versetzen zu wollen. Es ist unerbitterlich und auch der Wind setzt seinen Weg fort, staubt die Kristalle von den Schneedecken und wirbelt sie mutlos in die Luft.

Es ist doch schon so lange aus. Er versteht einfach nicht. Er versteht sich selbst nicht und zweifelt – wieder einmal – an sich selbst. Er dachte, er könnte nun endlich an jemand anders denken. Doch trotzdem taucht sie noch immer jeden Tag auf. In seinen Gedanken, und manchmal auch in seinen Worten. Als könne er mit ihr einfach nicht den Frieden finden. Eigentlich kommen ihm immer nur die wunderschönen Tage mit ihr unter. Die sonnigen Tage am See, die Spaziergänge rund um den Sumpf. Die Abende, als sie gemeinsam einschliefen und am nächsten Tag gemeinsam aufwachten. Seither hatte er nie wieder so etwas erlebt, so etwas gespürt. Vielleicht mag es auch daran liegen. 

Er lehnt sich ans Brückengeländer. Vom Frost etwas kalt geworden, hält es ihn immer noch davon ab, sich in den reißenden, und zu dieser Jahreszeit wahrscheinlich umso kälteren Bach zu fallen. Hier sind sie einmal gelegen. Auf einer Decke, mitten in der Nacht. Und haben die Sterne gezählt. Ein Stern trägt immer noch ihren Namen. Ein Stern. Und er blickt auch heute noch oft, egal wo er sich gerade befindet, hinauf. Zu den Sternen. Welche ein ganz besonderes Gefühl in ihm entwickeln. Jeder Mensch, welchen er auf (manchmal auch unergründliche Weise) liebt, befindet sich dort oben. Warum er auch für sie noch so viel empfindet, versteht er nicht. Aber es soll wohl so sein. Vielleicht findet sich ja wieder die Zeit und Gespräche brechen den Bann und irgendwann können sie auch wundervoll ihr Leben teilen. Als Freunde womöglich. Er würde es sich wünschen. Wahrhaftig. Selbst wenn es noch lange dauern wird. Er würde erst aufgeben, wenn sie ihm die Möglichkeit eines langen Gespräches geben würde. Denn dann würden wohl auch die Gedanken einmal ruhen und die Stille in seinen Kopf einkehren. Zumindest, was diese Sache betrifft. 

Foto von Misserion

Falling or flying. Something like this.

dust

In Momenten wie diesen passt nichts besser. Einfach mal nur die Soundtracks von Grey’s Anatomy auf Dauerrotation schmeißen und warten bis alles irgendwie wieder besser wird. Es ist vielleicht auch gar nicht so schlimm. Es tut nur auf irgendeine vollkommen beschissene Art und Weise doch etwas weh. 

Man hat es vielleicht bemerkt, an den letzten Texten, die doch schon so einige Zeit zurückliegen. Ich fühlte mich plötzlich wohl, in meiner neuen Heimat, an meinem neuen Platz. Und es stimmt auch. Ich habe jetzt schon so viele neue tolle Menschen kennengelernt, Menschen, die ich sehr, sehr schnell in mein Herz geschlossen habe. Menschen, die ich schon jetzt als gute und wichtige Freunde bezeichnen würde. Und in eine junge Frau habe ich mich eben verkuckt. Komisch, so ein Gefühl, nach so vielen Monaten. Mal einige kurze Zwischenverliebungen (ein oder zwei werden es wohl schon gewesen sein). Aber irgendwie schien hier einfach alles wieder zu passen. Eine SMS, aus purer Feigheit und dem Wunsch, endlich Gewissheit zu haben, nahm mir dann die Illusionen und trotzdem freut es mich, dass sich nun doch alles so wunderbar weiterentwickelt. Kein gewünschter Abstand, kein Übelnehmen, wenn man das überhaupt kann und darf. Aber das war es eben. Und das Entlieben, so glaube ich, ging schnell. Ich lebe gerade in einer viel zu schnelllebigen Zeit. Nicht allgemein, nein. Mein Leben ist so.

Ich verbringe nun auch mein erstes Wochenende in Wien. Und freue mich, erst wieder kommenden Samstag nach Hause zu kommen. Mir fehlte letzte Woche, als ich auf der Heimreise war, das Studentenheim und all die Leute. Zugegeben, am Wochenende ist es nicht wirklich belebt. Aber es hat schon was. Und so werde ich eben erst am Samstag die heimatlich-verschneite Luft riechen (nachdem ich am Freitag einer Party beiwohne). Ich werde erwachsen. Irgendwie. Irgendwie aber auch nicht. Ich bin immer noch. Noch. Auf der Suche.

Auf der Suche nach mir selbst. Ein Bild von mir hat die Selbstliebe und gleichzeitig auch den Selbsthass in mir entfacht. Dieses Bild hier. [Bild funktioniert endlich] Es zeigt mich, 2006. In einem großartigen Sommer. Als ich vielleicht zum ersten und einzigen Mal halbwegs mit mir zufrieden war. Da möchte ich wieder hin. Mit dieser kindlichen Leichtigkeit. Alles hat sich verändert und auch meine Freunde. Wenn wir von Studium und Job sprechen, es geht mir alles einfach zu schnell. Vielleicht hätte ich einfach abhauen sollen, in den Sommerferien. Einfach mal weg, für ein Jahr. Vorher noch eine Bank ausrauben und dann nach Kanada trampen, mir eine Hütte an einem einsamen See – umzingelt von Wald und Grizzlys – zu kaufen. Und um dort einfach mal allein zu sein. Ohne Stress, ohne Freunde, Familie. Alleine. Um endlich einmal zu mir selbst zu finden. Um zu schreiben. Um nachzudenken. Um keine Aufgaben zu haben. Um durchatmen zu können. Ich werde mich nicht finden, und niemand wird mich je so kennenlernen, wie ich wirklich bin. Ich bin ein viel zu gespaltetes Ich. Es ist schwer. Aber ich werde euch Bescheid geben, wenn ich mich endlich gefunden habe. 

Und so fühle ich mich. Am Boden und vor kurzem noch vollkommen hoch oben. Und irgendwie fühle ich mich auch jetzt nicht schlecht. Es geht mir gut und trotzdem ist es scheiße und trotzdem doch so gut. Ich fühle mich auf dem besten Weg zu meinem neuen alten Ich. Ich will nicht der großartige Journalist sein, der super Schriftsteller, womöglich auch ein Schauspieler (die täglichen Rollen spiele ich noch nicht mal richtig gut). Ich möchte zuerst einmal ich sein. Da hilft kein Druck. Ich weiß, was ich geben kann, ich weiß, dass ich schreiben kann, Menschen mit meinen Texten auch berühren kann. Und allein das zeigt mir, zu was ich fähig bin. Ich habe Träume. Und in diese Träume passt eben gerade überhaupt nicht dieses Studium.

Ich werde es abbrechen.

Ja. Nach 7 Jahren Träumen vom Publizistikstudium in Wien nun das. Ich werde, womöglich, relativ unsicher, auch Wien den Rücken kehren. Mal sehen, was die Zukunft, der Selbstfindungstrip bis zum Sommer und auch anschließend, bringen wird. Aber ich lasse mich einfach mal durch nichts mehr aus der Ruhe bringen. Für den nächsten September werde ich mich an einer Fachhochschule für Journalismus bewerben. Jährlich werden nur 36 Menschen genommen. Man muss also gut sein, und ich weiß, dass ich es bin. Ich kann es schaffen. Als einer von 1700 Publizistikstudenten oder als einer von 36 professioneller und spezifischer Ausgebildeter einer FH … natürlich werde ich es schaffen.

NaNoWriMo fiel flach. Ich hatte zu viel zu tun und nicht die Zeit. Aber ich werde mir von nun an wieder überall hin den Block mitnehmen und an der Geschichte kritzeln. Ich werde sie formen und vielleicht gibt es schon bis Ende des Jahres ein kleines Erfolgserlebnis. Und das gibt es auch schon, für alle, die Wohlfühlgewicht 2.0 nicht mehr mitverfolgen für mich. Letzte Woche stand ich kurz vor meinen ersten 10 Kilogramm, die ich abgenommen habe. Diese Woche kann ich, dank fehlender Waage, nicht mitwiegen, aber vielleicht trink ich nächste Woche schon einen Prosecco zur Feier des Tages. Man wird sehen. 

Und was man abschließend schon sagen kann: Ein Besuch von Freunden im neuen Heim ist wundervoll, ich hasse „Religionsgemeinschaften“, die nichts anderes sind als blinder Gehorsam, und sich in der Küche unseres Heims für diesen Abend eingenistet haben, ich muss mir endlich mal die Namen der bisher wenig Bekannten im Heim merken, Schnee ist weiß und auch relativ kalt, wenn man nur mit Sommerschuhen unterwegs ist. Und was ich schon immer mal sagen wollte: Es gibt Männer, für welche man gerne schwul wäre.

Und somit befinde ich mich irgendwo zwischen Falling und Flying. Somewhere between waking and sleeping. Irgendwie am falschen Ende des Regenbogens und es ist doch ein Kobold da. Irgendwie alles gerade sehr verwirrt. Aber das ist es. Eindeutig.

Running to stand still.

Nicht schon wieder das Liebestheme. Hier in meinem Leben. Hier in dieser Gedankenansammlung. Hat man denn niemals seine Ruhe. Wohl kaum, vor allem wenn es um dieses Thema geht. Alles hat sich verändert und doch werde ich immer noch enttäuschen. Ich bin mit mir noch lange nicht im Reinen, fühle mich aber wohl than ever before. Ich lerne kennen und lerne lieben. Auf irgendeine Art und Weise. Aber … es tut mir Leid. Ich weiß nicht.

Ich war noch nie in dieser Lage. Never ever. Really. Zu viel zu wissen. Zu viel über Liebe. Über Liebe und Gegenseitigkeit und über Einseitigkeit und ein richtig beschissenes Gefühl. Ich lebe dieses neue Leben hier in Wien und fühle mich von Tag zu Tag wohler, liebe den Tag, jeden, egal welchen. Liebe das Wetter und den Tee, den ich gerade zur Genüge runterschlürfe. Das Leben ist schon und ich fühle mich wunderbar. Ich liebe diese Hochs, die manchmal über mich kommen. Vielleicht dauert dieses ja etwas länger an. Maybe.

Eigentlich habe ich beinahe keine freie Zeit mehr. Oder verbringe die Zeit vor allem mit neuen Freunden und auch alten. Im Studentenheim habe ich mir schon einen Namen mit der neu eingeführten donnerstäglichen Teerunde gemacht. Und überhaupt fühle ich mich gerade wie Gott Ronaldinho Peter Jackson das beste Ich. Das beste Ich seit langem. 

Das so lange so sehr verhasste Wien wird zu dem, was ich mir immer wünschte. Ein lebenswerter Lebensraum. Eine Aufgabe für all die kommenden Wochen und Monate und Jahre und maybe. Okay, und ich gebs auch zu. Von der anfänglichen Befürchtung über das Thema Liebe schon wieder zu schreiben. Liebe umfasst ein weites Spektrum. Die Stadt, den Tag, die Welt. Alles ist gerade schön.

Und wenn ich dann heute zu Mittag bekocht werde (Jamjam, Kaiserschmarrn | Link) und man dann in die Bibliothek um eine Arbeit für Publizistik zu machen, dann freue ich mich einfach schon wieder auf den Tag nach der Nacht. Es wird schön. Es wird großartig. Und ich … will gar nicht erst an das möglicherweise kommende Tief kommen. Das wird jetzt mein Hoch. Bis … 2012. Mindestens, okay?

Der Titel gefällt mir deswegen so gut, weil es wieder einmal so perfekt auf mich zutrifft. Ich laufe, bin ständig unterwegs, mein Leben ist vollkommen und sinnvoll und großartig. Und erst jetzt kann ich mal still stehen. Und dann geht es mir einfach nur gut. Also … einfach mal einen Daumen hoch. Mit Obama kam also wirklich der so erhoffte Change. Dankeschön, und Gratulation natürlich noch einmal, Barack …

Foto by extranoise