Die Inakzeptanz des Momentwechsels

You know what? I’m done being single, I’m not good at it. Look, obviously you can’t tell a woman you just met that you love her, but it sucks that you can’t.

Ich habe ja schon ausgiebig darüber sinniert, dass das „Ich liebe dich“ viel zu sehr überbewertet und glorifiziert wird, und das – der Wahrheit viel mehr entsprechende – „Ich brauche dich“ noch sehr, sehr selten den Weg in unseren Sprachgebrauch gefunden hat.

Weiters gibt es ja meine Theorie des perfekten Moments. Dass man selbst  für einen kurzen Moment, nennen wir es Tag, Woche, vielleicht sogar Monat, einen Menschen aus ganzem Herzen lieben kannst. Vom tiefsten Grund deiner Sammlung an Gefühlsregungen. Weil man den Menschen zu diesem Zeitpunkt liebt, weil man ihn braucht und weil man manchmal sogar selbst gebraucht wird. Und nur für diesen Moment. Für diese kurze Dauer deines, ihres Lebens ist es genau das. Das, was den Moment perfekt, die Liebe außergewöhnlich, die Zeit erinnerungswürdig macht. Ja, ich mag meine Theorie des perfekten Moments. Wirklich.

No it’s not… You were right. There’s no off switch… God, I wish there was an off switch!

Und dann stolpere ich selbst über die Inakzeptanz des Momentwechsels. Dass  alles abbricht, und alles neu beginnt. Warum das Ganze? For what? Um wieder einmal die falschen Worte, das falsche Lächeln, die falschen Bewegungen zu sagen, zeigen, machen? Um wieder und tausendmal die falsche Entscheidung zu treffen? Um neue Momente nicht mehr zuzulassen? Um mich nur mitunter unglücklicher zu machen? Ich verneige mich vor mir. Wegen dieser unglaublich banal anmutenden Idiotie des aktuellen Seins.

You’re not the one for me.

Ist es das? Diese utopische Suche nach the one? Bin ich wirklich so freaky-awesome-begriffsstutzig? The one kennt keine Theorie des perfekten Moments. Sie kennt kein inflationär gebrauchtes „Ich liebe dich„, oder gar ein „Ich brauche dich“ für Lebensabschnittspartner. Nein. Das bin ich nicht. Oder etwa doch?

Ich weiß es nicht und sehe weiter. Wisst ihr, manchmal, da fühle ich mich ernsthaft etwas gestört. Derzeit zeigt alles auf dieses 30. Juni 2010. Und vielleicht kann ich mich erst dann wieder richtig ernstnehmen. Das ist dumm. Ich weiß. Ich bin mir über die Tragweite des Ichs nach dem Erreichen meiner Ziele bewusst, ihr wahrscheinlich noch nicht. Trotzdem ist es eine Utopie, die mich anspornt. Um die Einfachheit der Vergangenheit wieder zu entfachen. Um mich wieder etwas mehr selbst zu akzeptieren. Es ist verrückt, ich weiß. Aber jetzt sehe ich einfach mal, was sich in den kommenden Monaten so ergibt. Vielleicht mehr, als ich aktuell vermuten mag.

Zitate: How I Met Your Mother (Staffel 1, Episode 1, 2 und 4)
Foto: http://howimetyourmothersource.tumblr.com/

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About the author

Sophia Bennett is an art historian and freelance writer with a passion for exploring the intersections between nature, symbolism, and artistic expression. With a background in Renaissance and modern art, Sophia enjoys uncovering the hidden meanings behind iconic works and sharing her insights with art lovers of all levels. When she’s not visiting museums or researching the latest trends in contemporary art, you can find her hiking in the countryside, always chasing the next rainbow.