
Wolkenlos schwebst du dahin, wolken- und sorgenlos.
Du neigst deinen Kopf. Ich glaube zu wissen, was du fühlst. Senkst ihn, und blickst auf den Boden. Dein Atem stockt für einen kurzen Moment, dein Lächeln ist verschwunden. Du belügst dich nicht weiter, belügst mich nicht mehr. Es ist schrecklich, alles, was mit dir passiert ist, was du passieren hast lassen. Ich verstehe, warum du jetzt nichts mehr sagen möchtest. Ich umarme dich, und versuche, all deine Sorgen zu erdrücken. Möchte sie zerfetzen, mit der sanften Wucht, die diese Umarmung hervorbringt. Du weinst und gleichzeitig lachst du, weil du zu glauben versuchst, dass deine Ängste und deine Sorgen doch nicht der Rede wert seien. Ich blicke dich an, und du hebst den Kopf. Lass uns hier niederlegen, hier auf diese Wiese. Siehst du die Sonne?
Vergiss deine Sorgen. Du kannst jetzt nichts mehr ändern. Sich darüber zu ärgern, wie alles verlaufen ist, das hilft dir nicht. Das hält dich doch nur von allem ab. Vergiss deine Sorgen und blicke in den Himmel. Dieses wunderschöne Blau, wolkenlos und unendlich. Vergiss einfach alles und beginne zu leben, beginne zu schweben. Hebe ab und starte erneut. Beginne deine Augen zu schließen und packe all deine Sorgen in diesen großen Schrank. Er ist schon voll von deinen Dingen, die du vergessen hast, die an Aktualität verloren haben. Stopfe sie noch hinein und drücke die Tür zu. Schließe ihn ab und bewahre den Schlüssel dazu gewissenhaft auf. Schließe die Augen und spüre die Sonne. Glaube an deine Empfindungen und ermögliche deine Gefühle. Und irgendwann beginnst du von ganz alleine zu schweben. Hebst ab und fliegst davon, beinahe sorgenlos in diesem wolkenlosen Himmel.

sehr schöner Text. Einzig die sanfte Wucht wirkte auf mich als zu großer Kontrast.
Vielen Dank.
Aber es gibt da noch viel schlimmere Kontraste in meinen anderen Texten zu finden. Das war ja nur … minimal. 😛
ja stimmt, aber das stach mir heute tatsächlich mal ins Auge. Man muss ja auch mal meckern. 🙂
Natürlich. Was wär die Welt nur ohne meckern. Hm. 🙂 …
Aber ich stell mir da ja so vor. Eine Umarmung ist meistens sanft. Aber um die Sorgen zu zerstören, braucht man eine Wucht. also eine sanfte Wucht. Hehe. Man, bin ich heute wieder drauf. Puh.
mir gefällt „sanfte Wucht“. Wucht ist stark, kräftig, vital.. – aber durch die Sanftheit zerstört sie nicht, sondern belässt am leben, gibt neues Leben.
lg
Hab ich Dir eigentlich schon gesagt, was für ein ausserordentliches sprachliches Talent Du hast?! Es ist immer wieder ein Genuss — wirklich ein GENUSS! –, Deinen Blog zu lesen. „Glaube an deine Empfindungen und ermögliche deine Gefühle. Und irgendwann beginnst du von ganz alleine zu schweben. Hebst ab und fliegst davon, beinahe sorgenlos in diesem wolkenlosen Himmel.“ — Das tut einfach nur gut und liest sich wunderbar (gerade, wenn man’s laut tut).