Es Schneit.

„Willst du mich wirklich aus deinen Gedanken löschen?“, fragst du mich. „Ja.“, sage ich, nicke dabei und stopfe all die Erinnerungen an dich in diesen großen schwarzen Müllsack.

Langsam baut sich vor meinem Fenster einiges an kleinen Schneekristallen auf. Der Blick hinaus lässt es in meinem Zimmer warm werden. Die gestrickten blauen Socken wärmen jede einzelne Zehe. Hätte ich einen Kamin, wäre auch dieser jetzt warm, und das Knistern des Holzes würde mich beruhigen.

Die sanfte, selbstzerstörerische Musik lässt jeden Zug an der Zigarette verstummen. Langsam bewege ich mich durch das Zimmer. Plötzlich schneit es. Ich schüttle die Schneekugel und warte bis sich alles wieder gelegt hat. Die Erinnerung und die Gedanken an die Bilder. Als wir auf einer Deckein der Wiese lagen. Die Sonne uns wärmte und das Leben sich als schön offenbarte.

In Gedanken werfe ich sie weg. Werfe sie an die Wand, dass die Flüssigkeit langsam zu Boden läuft und das Glitzern der Schneeflocken an ihr hängenbleibt. Keine Antwort ist auch eine Antwort, denke ich mir und lege mich in mein Bett. Wickle mich in den warmen Tuchent ein und sammle meine Tagebücher vom Boden auf. Es fehlt. Irgendetwas.

Mich in Behandlung befindend, sage ich mir. Ein komisches Wort. Behandlung. Vielleicht lerne ich, wie ich mich selbst behandeln soll. Es würde mir gut tun. Bald werde ich wieder alleine zuhause sitzen und die Einsamkeit für kurze Zeit genießen. Bis ich den Kontakt zur Welt wieder suche. Sich selbst etwas aufzuerlegen, ist schwer. Es einzuhalten, noch schwieriger. Weihnachten ist gefühlsecht vorüber gegangen. Es war weniger schlimm als erwartet.

Was wären nur solche Tage mit jemanden. Ihr wisst schon. Langsam sinke ich in die Fantasie der Musik hinein. Setze mich auf die Fensterbank, blicke hinaus. Es war dunkel geworden. Die Schneeflocken sinken langsam zu Boden. Der Asphalt der Straßen ist von einer kleinen Schicht eingesäumt. Ich blicke zum Himmel. Sehe den abnehmenden Mond, und die unzähligen Sterne. Und fühle mich plötzlich nicht mehr einsam.

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