
Ich betrete den Raum. Bekannte Gesichter. Alles ist anders.
Meinen Blick hättet ihr sehen müssen. Als ich die Einladung höchst unpersönlich per SMS erhielt. Gefreut habe ich mich wie ein pudelnasser Dackel auf den trocknenden Fön. Die ganze Woche darauf hingefreut, Termine abgesagt, Leben umgekrempelt.
Nach Tagen der Eingehülltheit in diesem Kokon, dem Nicht-Realisieren der Außenwelt, dem Abschoten von allen Sinneseindrücken begegne ich euch wieder. Freunde nennen wir uns. Viel mehr seit ihr für mich. Unglaubliche Magie liegt in euren Augen, euren Worten, eurer Liebe, die ihr für mich empfindet. Euch soll ich heute also wieder sehen. Nach minutenlanger Suche nach der richtigen Kleidung und dem richtigen Deodorant mache ich mich auf den Weg.
Das Auto abgestellt, die Mitbringsel unter die Arme gepackt. Aussteigen, zur Haustür hinaufgehen. Anläuten. Die Tür wird geöffnet, ich werde zum Mittelpunkt der Party, des Zusammenkommens. Als ich in diesen Raum eintrete, blicken mich nun zweimal so viele Augen an, als Personen hier sind. Für kurze Zeit Stille.
„Schön, dass du gekommen bist.“ Ich lächle. Die Musik hat nie aufgehört zu spielen. Ich sitze mich zu euch auf den Boden. Rieche den Glühwein in meiner Nase und das Gefühl von Wärme überkommt mich. Gespräche beginnen. Und irgendwann fällt dieser Name, eher zufällig, der Blick schweift wieder zu mir, Stille. Immer mal wieder.
Ich lächle. So wird es wohl noch einige Zeit sein. Aber irgendwann einmal können wir diesen Namen wieder aussprechen, ohne dass irgendetwas geschieht. Und dann werden wir lachen, über die Erzählungen, die ich jedes Mal mitbrachte. Werden lachen. Irgendwann.
In meiner Zeit der Not ward ihr immer für mich da. Ich möchte euch danken. Und ich freue mich, euch endlich wieder alle auf einen Haufen zu sehen. Ihr, die ihr mir so viel bedeutet. Ihr. Meine. Freunde.

Nach dem letzten Absatz möchte man einfach nur noch schmelzen. Wie eine ausgepackte Rittersportrumtraubennussschokolade auf einem leicht schrägstehenden Fenstersims im Hochsommer bei 35°C im Schatten. Und dann auf Passanten herabtropfen, nachdem man zum Brei geworden ist.
Interessante Vorstellung. Wobei ich Hochsommer-Temperaturen wie diese überhaupt nicht mag. 🙂