Weißt du?

Gestern Nacht, als wir uns Garden State angesehen haben. Und ich immer stiller wurde und mir so ganz nebenbei wieder ein paar Tränen aus den Augenwinkeln wischte. Wie ich es jedes Mal bei diesem Film mache. Und als dann das Ende angebrochen war, der Abspann begann und aus der Stille plötzlich Stimmengewirr wurde. Und man über die Sinnhaftigkeit des Filmes diskutierte.

Ich war teilweise wütend aufgrund der blöden Worte, die meine Freunde hier streuten. Und so stand ich einfach mal auf und ging runter und raus. Und bei dieser einen Zigarette vor der Tür dachte ich nach. Über die Tode in diesem Jahr. Dass ich eines der besten Jahre meines bisherigen Lebens erlebe und mir liebgewonnene Menschen einfach so wegsterben. Und ich irgendwie rein gar nichts fühle. Keine Trauer. Kein Ärger. Ich lebe mit der Akzeptanz und dem Schönreden. Dinge, die ich bis vor kurzem abgrundtief gehasst habe.

Und weißt du, als ich da vor dem Haus am Boden saß, und die Grillen so penetrant zirpten, hatte ich einfach nur gehofft, dass du kommen würdest. Und dass wir reden könnten, für fünf, zehn, fünfzehn Minuten. Dem Freundewirrwarr zu entfliehen, die Stille zu genießen. Aber du bist nicht gekommen und ich bin nach dieser einen Zigarette wieder hinauf in die Wohnung gegangen und habe mich so rein überhaupt nicht zurechtgefunden, zwischen all diesen Menschen, die ich doch eigentlich so unglaublich gern habe.

Dass ich dann beim Nachhausefahren für den kurzen Augenblick einer Sekunde höchstwahrscheinlich eingeschlafen bin und mit so unglaublich viel Glück einfach überhaupt nichts an den Passagieren (einem Freund und mir) passiert ist, und selbst das Auto nur minimal beschädigt war, könnte ich jetzt auch noch erwähnen.

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Und wie es nervt. Diese Zeit, die hier. Eben gerade. Das Jetzt, also. Alles so stinklangweilig und stressig, so laut, so niederstreckend unnötig. In der Zeit der Stille kann von Stille wohl keine Rede sein. Viel eher befindet sich mein Leben in genau diesem einen Monat im Ausnahmezustand. Schon klar. Man muss ja nicht. 

Nichts muss man. Ist ja selbstbestimmend und schon groß. Schon gut. Lassen wir das.

Weihnachten nervt solange bis Weihnachten da ist. [Twitter, 20:58] Eine, meine Weisheit. Weihnachtsfeiern mit Freunden sind großartig, aber wer hat diesen Arsch von Kater eingeladen, der immer am Tag danach auftaucht? [Twitter, 21:01] Und jetzt nur noch schnell morgen zertreten werden von hysterischen Menschenmassen, dann heim, packen, und Weihnachten kann kommen. [Twitter, 21:03] Und womöglich noch einmal Skifahren. Mit Freunden. Am Weihnachtsvortag. Um dann physisch tot noch einmal mit Freunden zu feiern. [Twitter, 21:05] That’s it. Nicht mehr und nicht weniger. 

Ich möchte in diesen Wochen einmal aufwachen, ohne dass mir irgendjemand meiner Elternriege es mir an den Kopf wirft, dass kein normaler, gesunder Mensch in meinem Alter so viel Schlaf nötig hat. Wären sie in meinem Körper, würden sie mich wohl verstehen. Denn wenn der Winterschlaf für Tiere wunderbar ist, warum sollte dann ich als Mensch denn darauf verzichten.

Okay, zugegeben. Ich weigere mich weitesgehensd diesem Eintrag irgendeine Art von Sinnhaftigkeit zu verleihen. Ich bin nur gerade so müde, so matt, so zermürbt und so schrecklich overdressed [und bin verwundert, dass die Abschlussalben des Jahres 2008 so furchtbar einfallslos sind, dazu aber vielleicht später mehr]. Ich wollte eigentlich nur noch einmal zeigen, dass es mich noch gibt. Und das ich im innersten Inneren meines Inneren weder traurig noch glücklich bin. Entscheidungsfreudig war ich noch nie, und so stehe ich einfach dazwischen. Mal sehen, was dabei rauskommt. Und vor dem Jahreswechsel kommt hier noch was. Das war ja klar.

Bild von +Maco+