Schlagzeilen.

Die Zeitung wird verziert von den Schlagzeilen des Tages. Ich will gar nicht erst zu lesen beginnen.

Viel zu viel Schlimmes passiert hier. Tag für Tag. Die Bilder erschrecken mich, die Geschichten spornen meine Gedanken an. Ängste werden geschürt und Erwartungen vernichtet. Es hat keinen Sinn, die Zeitung aufzuschlagen. Sie zerstört den Tag schon am Morgen. Ich könnte mir einreden, dass dies alles mich nicht betrifft. Ich kenne diese Menschen nicht, die um sich schießen, die bei einem Autounfall sterben, die zu Tode geprügelt werden. Und trotzdem durchstößt mich manchmal eine kleine, feine Gänsehaut. Gefolgt von minutenlanger Sprachlosigkeit.

Einzelschicksale. Jährlich sterben Hunderttausende von Menschen. Was sind dann diese zehn oder zwanzig, über deren Todesfälle ich in der Zeitung lese. Einzelschicksale. Mehr nicht. Aber jeder wäre ein Einzelschicksal. Es gibt Menschen, die um sie trauern, Menschen, die nicht verstehen können und es auch nicht wollen. Ich selbst war Angehöriger eines Einzelschicksals. Das hat mich vielleicht weich gemacht. Sensibler. Weinerlicher. Einzelschicksale machen betroffen.

Die Zeitungen und Magazine machen das, was den US-Medien nach 9-11 vorgeworfen wurde. Sie schüren Angst. Angst udn Rezessionsgedanken. Der lethargische Max Mustermann sitzt in seiner kläglichen Vier-Zimmer-Wohnung, blättert seine Zeitschrift durch, beginnt die Politik, die Wirtschaft und sowieso alle Menschen zu hassen. Und findet alles scheiße. Wenn man dann fragt, warum das so ist, bekommt man nur die eine Antwort. Schau doch mal in die Zeitung. Es ist wirklich alles scheiße.

Doch sie informieren. Sie erklären einem die aktuelle Welt, erklären einem Dinge, die sowieso niemanden interessieren. Sie sind die Bildung der kleinen, interessierten Leute. Doch viele vergessen, dass sie eigentlich schon vorher eine Meinung zu gewissen Themen haben sollten. Ich lese sie. Lese Zeitungen. So plump ihre Schlagzeilen manchmal sind. Ich werde von ihnen bewegt. In irgendeiner Art und Weise. Und gerade das liebe ich an Texten. Wenn sie Emotionen hervorrufen. Ob nun Sprachlosigkeit, Freude oder eine Gänsehaut.

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About the author

Sophia Bennett is an art historian and freelance writer with a passion for exploring the intersections between nature, symbolism, and artistic expression. With a background in Renaissance and modern art, Sophia enjoys uncovering the hidden meanings behind iconic works and sharing her insights with art lovers of all levels. When she’s not visiting museums or researching the latest trends in contemporary art, you can find her hiking in the countryside, always chasing the next rainbow.