Sein Blick hängt tief, mit seinen ausgelatschten Schuhen spürt er die kleinen Kieselsteine schon durch die zerbröckelnde Sohle hindurch. Die Sonne scheint und das vielleicht zum letzten Mal. Zum letzten Mal heute und vielleicht zum letzten Mal für immer. Er sitzt dort, angelehnt an diese Backsteinmauer, die Beine angezogen und die Zigarette in der Hand. Zug um Zug, und die Welt wird nicht schöner. Nichts wird besser nur er. Er fühlt sich mit einem Mal so außergewöhnlich, so unnachgiebig schrecklich.
Er spürt einen unsichtbaren Geist, ein Druck in seinem Kopf und seine Ohren. Der Schmerz lassen ihn zusammenzucken und er beißt sich auf die Unterlippe, als dieser Stich durch seinen Kopf schießt. Es entkommt ihm nur ein leises „Scheiße!“, und mit der freien Hand beginnt er nun, das bisschen Blut, dass die roten Lippe noch roter werden lässt, aufzufangen. Die Zigarette neigt sich dem Ende zu, jeder Zug wird intensiver und der blaue Dunst mehr. Es ist schrecklich, das ganze Hier.
Ist es nicht beeindruckend, wie schnell diese Welt, erbaut aus losen Backsteinen, zusammenfällt. Ein leichter Windstoß, einmal dieses kurze Stück Glück etwas zu tief eingeatmet. Einmal in der Sicherheit der watteartigen Wolken gefühlt, geträumt und bemerkt, dass das Leben nie so ruhig ist. Nie so vollkommen, so schön. Einmal die Augen geschlossen, und schon hat sich die ganze Welt verändert. Die ganze Welt und er.
Er sitzt da, den Mp3-Player eingeschaltet, und lässt sich von der Musik tragen. Sie unterstützt seinen Gefühlschaos. Eine Runde Soap&Skin, einmal Talk Talk. Und die ganze Welt fühlt sich mit einem Mal noch um ein Stückchen beschissener an. Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass diese Tage endlich verschwinden würden. Und diese Gefühle und Gedanken. Es geht nicht um Liebe, nicht wirklich. Es geht um Freundschaft, um Anstand, um Gutglauben und Naivität, um Verwirrung und Wut. Alles auf einmal and the world comes crashing down. Wieder einmal gerät die Welt aus ihren Fugen und niemand, vor allem er, hat damit gerechnet.
Als er sich erhebt und seinen Blick schweifen lässt, ist der Schmerz noch präsent. Doch er macht sich auf die Suche, nach einem Weg aus dieser Gedankenhölle. Irgendwo muss doch ein kleiner Spalt sein, etwas, dass ihm das Schöne wieder zeigt. Irgendwie muss alles doch ein Ende haben, nicht wahr? Und so beginnt er, langsam wegzugehen. Es hat keinen Sinn, zu warten. Und dann ist er weg.
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