Selig.

Selig sind die Verkümmerten. Die dem Leben blind folgen und ihre Träume links liegen lassen. Heilig sind wir.

Wenn man uns so betrachtet, könnte man gar nicht glauben, dass wir so viel anders sind als die anderen. Wir sehen beinahe normal aus, haben eben unsere eigenen leicht außergewöhnlichen Ticks. Unsere entfernt genialen Spleens und so. Wie sie eben jeder hat. Aber wir sind doch nicht jene, die sich alles gefallen lassen. Wir sind Gefühlsmenschen. Nicht so wie ihr.

Wir zerbrechen an so manchem Menschen, können nicht hassen und verlieren viel zu oft den Mut. Trauen uns nicht, ehrlich zu uns selbst zu sein, und haben Probleme mit der Realität. Wir sind vernarrt und kennen kein Zurück. Treten einen Schritt nach vor, und zwei oder drei in die andere Richtung. Und es ist uns egal. Wir spüren wenigstens unsere Fortbewegung. Und wenn es zu lange in die falsche Richtung geht, laufen wir einfach rückwärts los.

Küsschen links, Küsschen rechts. Eine nette Begrüßung. Diese Menschen, die ich vielleicht einmal gesehen habe, deren Hand ich halte, während unsere Lippen unsere Wangen berühren. Körperkontakt höchst unerwünscht. Ich hasse diese Menschen, die glauben, so einen Menschen besser kennenlernen zu können. Maximal die Hand würde ich euch geben, um zu zeigen, dass mir ein kleiner Haufen Höflichkeit angeboren ist. Und dann würde der Smalltalk beginnen, und nach einem kleinen „Und was machst du jetzt so?“ würde ich abzsichen und mich nicht mehr blicken lassen. Du willst nichts über mich erfahren und ich über dich auch nicht.

Und so werden wir durch die Welt eilen, an den verschiedensten Stationen der Verstörtheit vorbei und werden die Welt mit unseren eigenen Augen kennenlernen. Werden den Menschen, denen wir begegnen einen Teil von uns zurücklassen, sofern wir es wollen. Und wenn wir wieder einmal in das Gesicht von Menschen sehen, die uns Schmerzen zufüg(t)en, dann werden wir weiter laufen. Um mehr von unserem Leben zu spüren, als von unseren Schmerzen. Anstatt zu humpeln werden wir immer schneller laufen und irgendwann einmal abheben.

Ihr seid Mainstream. Wir sind Mainstream. Aber bedingungsloses Strom-Schwimmen birgt Gefahren mit sich. Ihr werdet schon sehen. Auch wenn ihr sonst noch was von uns haltet, wir halten genauso wenig von euch. Ihr werdet schon sehen. Ich sage es euch nur. Denn wir werden ewig leben.

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About the author

Sophia Bennett is an art historian and freelance writer with a passion for exploring the intersections between nature, symbolism, and artistic expression. With a background in Renaissance and modern art, Sophia enjoys uncovering the hidden meanings behind iconic works and sharing her insights with art lovers of all levels. When she’s not visiting museums or researching the latest trends in contemporary art, you can find her hiking in the countryside, always chasing the next rainbow.