Die letzten Tage gab es Nebel.

Pölle

Sie schmeckt salzig, die Luft. Jeder Atemzug befeuchtet meinen trockenen Hals. Langsam folge ich dem Weg und suche auf dem Boden nach unwichtigen Objekten, die ich wegzutreten wage. Es ist ein Tag wie jeder verdammte andere Tag auch. In meinen Ohren erklingt – von mir gewünscht – The drugs don’t work und in meinem Kopf stolpert in schwerer Gedanke über den nächsten. Es geht mir gut, nur fühle ich mich einfach so furchtbar ausgepowert. So letharg. So schwer.

Dein Lächeln.
Deine Augen.
Dein Gesicht.
Der Moment, als wir uns trafen.

Ich grinse. Wandere weiter, boxe mich durch diese sich wehrende Nebelwand. Bleibe kurz stehen um mir eine Zigarette anzuzünden. Etwas Rauch mehr stört hier wohl niemanden, oder? Ein Blatt Laub erwischt mich am Kopf. Irgendwie tragisch. Auf dem zielgerichteten Weg vom Baum zum Grund, kracht es ohne Halt gegen dieses Stück Mensch. Ich verhelfe ihm zu seinem Ziel, wische es von mir ab.

So Monate wie November oder so ein Wetter wie Nebel sind nicht die beste Grundlage für gute Gefühle. Aber manchmal funktioniert das einfach. Obwohl die Welt um einen herum jahreszeitlich einstürzt, schafft man es doch, mit einem Lächeln durchzuwanken. Mit einem ehrlichen, vom Herzen kommenden Lächeln.

Und als ich mich schließlich auf dieser einen feuchten Parkbank niederlasse, noch einmal tief diese Nebelluft einatme, beginne ich nachzudenken. Über heute und gestern, die Tage zuvor und die Tage danach. Lasse mich umschließen von dieser undurchsichtigen Decke und fühle mich einfach nur gut.

photocredits: just4ikarus (ich) | flickr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

From the blog

About the author

Sophia Bennett is an art historian and freelance writer with a passion for exploring the intersections between nature, symbolism, and artistic expression. With a background in Renaissance and modern art, Sophia enjoys uncovering the hidden meanings behind iconic works and sharing her insights with art lovers of all levels. When she’s not visiting museums or researching the latest trends in contemporary art, you can find her hiking in the countryside, always chasing the next rainbow.