Und dann verliere ich dich.

Kurz ziehen. 07122010

Und dann verliere ich dich und habe keine Ahnung, wie ich mich fühlen soll. Möchte verstehen, warum das Ganze so passieren musste, und möchte dich anbrüllen und möchte dich umarmen und dir klarmachen, dass man so schnell nicht aufgeben kann und darf und es ganz sicher wieder besser wird. Aber du nennst mir Gründe, und ich verstehe sie nicht. Denn in Wahrheit erzählst du mir nur die Oberbegriffe, aber jeder tiefergehende Frage blockst du ab, lässt nicht mit dir reden, blockierst und lässt mich so zurück.

Du hättest dir keinen beschisseneren Zeitpunkt aussuchen können, um komplett aus meinem Leben abzuhauen. „Nicht jetzt, nicht heute. Wohl nie.“ Das waren Zeitangaben, die uns beiden wohl lieb waren, aber du hast dich damit wohl selbst übertroffen. Und ich kann es kaum fassen, dass jemand etwas aufgibt, was jahrelang so etwas wie ein Fixpunkt war. Bin enttäuscht und aufgewühlt und schenke dem Ganzen viel zu viel Gedankengut. Kann nicht aufhören, darüber nachzudenken und Gründe zu finden, die zu finden nicht sind.

Ich kann nicht verstehen und möchte dich einfach vergessen. All die Jahre, die wir so oft Seite an Seite verbracht haben, möchte ich vergessen. Dass ich es nicht kann, das weißt du so gut wie ich. Und hoffe insgeheim, dass das nicht nur so eine Laune von dir ist, denn damit hast du alles zerstört. Alles was schon in leichten Trümmern lag, hast du zu Kieselsteinen zerschlagen und wenn du wieder einmal meine Schulter zum Ausweinen brauchst, werde ich nicht da sein. Und ich werde es wohl auch nie wieder sein.

Du hast den einfachsten Ausstieg genützt, hast dich gescheut vor einer notwendigen Aussprache, hast meine Worte unterbrochen und willst plötzlich du selbst sein. Ich war, bis vor kurzem, nur ich wenn ich dich und viel andere meiner Freunde bei mir wusste. In Gedanken, in Person oder in geschriebenen Worten. Ich bin gespannt, wie ich deinen Platz nachbesetzen werde und die Fußspuren, die du hinterlassen hast, schlussendlich wegwischen kann. Du hast es vermasselt, ein für alle mal. Und genau das tut mir Leid.

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