Nein, Arschloch! [18]

Nebel. 18122010

Der SMS-Ton erklingt. „Ups, sorry. Falsche Nummer!“

Es hat wohl keinen Sinn mehr. Ohne Vertrauen und mit dieser riesig großen Eifersucht, die über uns lastet, hat das alles ja keinen Sinn mehr. Wir sollten aufhören, jetzt, oder nein … wir hätten schon längst aufhören sollen. Wir hätten es vielleicht gar nicht wagen sollen. Ich weiß es nicht. Du bist schon irgendwohin verschwunden, ich sehe dir aus dem Fenster nach und vor mir nur dieser Nebel, der seine außergewöhnliche Undurchdringlichkeit zur Schau stellt.

„Nein, das tust du nicht. Du verdammtes Arschloch!“, brüllst du mir mit strauchelnder Stimme entgegen, stößt mich weg und wendest dich ab. Ich wiederhole mich: „Ich … ich liebe dich.“ – „Nein, Arschloch!“ Verdutzt sehe ich dir nach und weiß nicht wirklich was geschehen war, an diesem Tag, in diesem Moment.

„Was hast du dir nur dabei gedacht?“, fragst du mich mit, bist enttäuscht von mir, traurig, und ich habe keine Ahnung worum es geht. „Warum nur?“ – „Was?“ Du bist entsetzt. Nicht einmal jetzt, wo du es weißt, gebe ich es nicht zu. „Ich dachte du liebst mich.“ – „Aber … ich liebe dich doch!“ Immer noch scheine ich auf der Leitung zu stehen, und du bist wohl immer noch nicht gewillt, mir zu sagen, wovon du sprichst.

Als ich die Tür öffne, poppt nicht gerade das Popcorn in der Mikrowelle, der Fernseher ist auch noch nicht eingeschaltet. Stattdessen erwartest du mich schon im Vorraum, wirfst mir das Hände entgegen, und wartest auf meine Reaktion. „Hey. Puh, das war heute ein anstrengender Tag.“ Es scheint dir egal zu sein und du setzt bereit zum Gegenschlag ein. Blickst mich mit traurigem Blick an, hoffst auf irgendeine Äußerung von mir.

Nach einem harten Tag komme ich endlich nach Hause. Hoffe schon darauf dass du auf mich wartest und wir uns gemeinsam mit Popcorn irgendeinen schönen Film ansehen. Ich bin extra noch in die Videothek gegangen, habe drei, vier DVDs geholt und möchte jetzt einfach nur entspannen. Mit dir, mit Popcorn, auf unserer Couch. Und meine versäumten Anrufe nachholen, nachdem ich mein Handy heut‘ morgen am Nachtkästchen habe liegen lassen.

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