2936

„Und in diesem Raum finden Sie das Unbekannte.“, sagte der Makler und schloss hinter mir die Tür ab. [Tweet]

Da stehe ich also nun. Am Ende eines Anfangs und am Anfang eines Endes. Oder am Ende eines Endes. Wie auch immer. Schön langsam gewöhne ich mich an all das … Unbekannte hier. Gelangt man von einen Tag auf den anderen in ein Übermaß aus Unbekanntem, macht man das einzig Richtige, wenn man selbst zu einem Unbekannten wird. Das hört sich jetzt womöglich etwas hart an, aber diese Tatsache beruhigt ungemein. Man macht sich viel weniger Gedanken um sich selbst, kann womöglich erst jetzt wieder vollends ins Leben eintauchen. 

Ein Jahr ist vergangen seit. Und es ist viel passiert. Der dreimonatige Ferialjob, der mir beinahe jede Chance auf Urlaub nahm, die Schwedenreise, die Bauchkrämpfe, bevor ich nach Wien zog, das Studium. Die Enttäuschung, die Bewerbung. Und mit einem Mal auch diese Zufriedenheit. Diese Gechilltheit des Lebens. Ja, es ist wirklich viel passiert seit. Ich fühle mich pudelwohl und könnte theoretisch die Welt umarmen. Einfach aus diesem Gefühl des Glücks heraus. 

Ja, ich stehe hier wirklich immer noch im Unbekannten. Es gibt kein Zurück, aber irgendwie verliere ich auch mehr und mehr die Angst vor dem Neuen. Ich wage manch erschrockene Schritte nach vor, um mich umzublicken und schaffe es immer mehr, mich einzuleben. Ich lebe sozusagen in einem neuen Lebensgefühl. Es ist schön hier. Hier will ich bleiben.

Und doch fühlt er sich komisch an. Der 21. Geburtstag. Der Beginn des 22. Lebensjahres. Es wird viel passieren. Und vielleicht bin ich auch nur deswegen etwas wuschig. Weil es so großartig werden wird.

Und zum ersten Mal ever stehe ich hier, und habe keine Ahnung, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Ich bin einfach nur glücklich. Wunschlos glücklich.

Foto von lightlady

6 thoughts on “2936”

  1. hach, ich kann mich ja so gut daran erinnern, als ich in deinem alter war. es ist einfach nur schön, weißt du. das war bisher das schönste jahr meines lebens. einfach nur, weil alles so gepasst hat. ich bin mir darüber klar geworden, dass ich auf dauer nicht bei meiner familie wohnen kann, ohne dass ich ein attentat plane, dass ich mich viel mehr öffnen muss und mir sicher sein muss, damit meine beziehung funktioniert und dass ich mehr tatendrang in die uni legen muss. und das jahr verging schnell, fast zu schnell. aber… ich hatte ja meine freunde, die mir dann immer wieder kostbare momente des zeitstillstands gaben, in denen ich abschalten konnte.
    auf ein wirklich schönes neues lebensjahr. ich wünsche dir das allerbeste, was man einem menschen nur wünschen kann.

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