Solitudinis et immortalitas.

„Ich will nur eines. Ewig leben.“, flüsterst du mir ins Ohr. „Bis in alle Ewigkeit.“ Zweifelnd blicke ich dich an. „Nicht in diesem Körper. Aber mit meinen Taten. Mit meinen Werken“ Ich nicke. Verstehe, was du mir zu sagen versuchst. Ewig leben. Was für ein fataler Gedanke. Nicht wegen dem ewigen Altern. Das wäre das geringste Problem. Aber man hätte dann keinen Punkt, um einfach mal Schluss zu machen. Um etwas zu beenden, das weiter nicht geht. Es wäre eine Aneinanderreihung endloser Tage und Jahre und jeden Tag würde man aufwachen und erkennen, dass man wieder nicht den Löffel abgeben wird. Ewig leben, in diesem Körper. Glücklicherweise ist dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

Mit den Taten, den Werken unsterblich werden. Eine Lebensaufgbe, wie man so schön sagt. Dieser Begriff, Lebensaufgabe, wird ja viel zu oft verwendet. Aber manchmal hat man wirklich die Macht dazu. Ich möchte kein Unternehmen aufbauen, das zu meinen Lebzeiten glanzvoll läuft und irgendwann, bei der nächsten großen Weltwirtschaftskrise den Bach runter geht. Es gibt viel mehr, was von längerem Bestand ist. „Du schaffst das.“, lächle ich dir zu. „Wir schaffen das.“ Du nickst, und legst denen Kopf in meinen Schoß.

„Ich will bestimmen.“, höre ich dich sagen. „Will bestimmen, wann ich sterbe.“ Ich kann dich wieder einmal verstehen. „Ich will nicht unvollendeter Dinge sterben.“ Ja, das ist auch meine größte Angst. Dass ich mit all meinen Ideen und menen Möglichkeiten irgendwie zu früh sterbe. Ein Unfall, oder eine Krankheit. Meine größte Angst. „Und.“ Ich warte, warte auf deine Worte und bin mir schon fast sicher, was du sagen möchtest. „Und ich möchte nicht alleine sterben.“ Alleine. Als wäre das Ende belanglos. „Du sollst bei mir sein.“ Und mit feuchten Augen blickst du mich an. „Ich will nicht allein sein.“, wiederholst du dich.“Ich werde bei dir sein.“, besänftige ich dich und wünsche mir, dass ich dieses Versprechen halten kann.

„Das Leben ist viel zu kostbar“ Langsam werden Floskeln zu wahren Aussagen. „Viel zu kostbar, um es zu vergeuden.“ ‚Das werden wir nicht.‘, denke ich und augenblicklich kommt mir diese Liedzeile ins Gedächtnis. Wir können das, denn wir sind anders. Du richtest dich auf, umarmst mich und mich überkommt dieses Gefühl, wie ich es schon lange nicht mehr gefühlt habe. I don’t believe that anybody feels the way I do, about you now.

One thought on “Solitudinis et immortalitas.”

  1. Ich glaube ein ewiges Leben wäre auch nicht wirklich erstrebenswert. Das wird sicher extrem langweilig, wenn man alles von der Welt schon gesehen hat. Die Menschen, die ewig leben wollen, haben nur Angst vor dem Tod. Aber wovor muss man da schon großartig Angst haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es besonders Weh tut oder, dass man nur Qualen irgendeiner Art erleidet. Und die Welt wird auch ohne mich noch existieren. Wenn nicht, kann ich auch nichts daran ändern.

    Aber das ist wirklich ein sehr schöner Text, der einen anregt sich Gedanken zu machen. Gedanken darüber, wie man sein Leben sinnvoll nützen kann. Danke dafür.

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