Thrown Away.

Warum werfe ich mich nicht einfach weg. Denn wo ist er, der Sinn?

Es wäre so einfach. So entscheidend. Einfach nur die vollkommene Selbstaufgabe, die Lösung für alles. Um nicht mehr dieses Pack aus Idiotie mit mir herumzutragen. Um zu flüchten, vor den Gedanken und den Gefühlen, den Ängsten und den Hoffnungen. Um nichts mehr zu spüren. Um nichts mehr zu sehen. Um nicht mehr zu sein. Alles wäre belanglos und ich wäre nicht.

Weinen würden sie, an meinem Grab, würden Kerzen aufstellen und Gestecke einkaufen. Würden über mich nachdenken, ständig Bilder von mir ansehen, würden an mich denken und von einem wunderbaren Menschen sprechen. Würden zum Alltag zurückkehren und immer mal wieder an mich denken. Aber es würde auch ohne mich gehen. Ich wäre dann Geschichte, und das Leben wär die Gegenwart. Oder das nahe Futur. Mehr nicht. Mein Leben wäre nichtssagend, irgendwann einmal am Ende angekommen.

Zurücklassen würde Texte über Liebe und Hoffnung, und Wut, und Leben, und Angst. Geschichten über mich und euch und über Träume und Gedanken. Tagebücher voll Verliebtheiten und Abstand. Worte, aneinandergereiht in oft unverständlicher Folge. Manchmal minutiöse Erklärung des Lebens. Schon längst gegangen wären die Träume, die mich bis zu diesem Zeitpunkt am Leben hielten. Sie waren Teil von mir, vielleicht mal aufgeschrieben, aber nur in meinem Kopf vollkommen ausformuliert. Sie würden untergehen. Mit mir.

Werfe mich weg. Wie ein Stück Müll, eine Bananenscheibe, einen Zigarettenstummel. Weil man nichts mehr anzufangen weiß mit sich. Als hätte alles keinen Sinn. Man sieht ihn nicht in der Arbeit, der Routine, in allem was man tut, und tut es trotzdem, weil es zu den Pflichten gehört, und sowieso irgendwann vorbei sind wird. Irgendwann wird definitiv alles vorbei sein. Irgendwann. Ich muss jetzt nur aufpassen, mich nicht schon vorher wegzuwerfen.

//Verdammter Arbeitstag.

4 thoughts on “Thrown Away.”

  1. Hey… ich hoffe doch mal stark, dass dieser Text wirklich mehr in die Kategorie ‚Minimal Literarisches‘ gehört, mehr fiktional ist als real.
    Auch wenn das Leben für die anderen weitergeht, wie du sagst – Es geht nicht normal weiter. Was dir dann ja allerdings auch egal sein könnte… ach, ich weiß auch nicht. Wahrscheinlich meinst du es ja sowieso nicht so. Keine Ahnung. Falls doch, sollte es gut überlegt sein…

    Achso, falls es doch wirklich nur um den Text geht: Im letzten Absatz wechselst du immer zwischen ‚man‘ und ‚ich‘, das stört etwas.. sonst gut!

  2. du machst mir angst! hoffe auch dass es unter die kategorie minimal literarisches fällt!!!!!!!

    @segicogli: bin ganz deiner meinung, bis auf das, dass es da nichts zu überlegen gibt! da gibt es was zu reden und zu verarbeiten, zu bewältigen. aber ganz sicher nichts zu überlegen!!

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